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Antworten auf Menschheitsfragen

Pastor Klaus Kuhlmann in der Bartholomäus-Kirche. Elf Infotafeln erklären dem Besucher der Ausstellung den Ursprung und den Sinn des „Heidelberger Katechismus“. Foto: Thomas Ammerpohl

Ausstellung „450 Jahre Heidelberger Katechismus“ in der Bartholomäus-Kirche.

Von Birgit Leute, 21.08.2013

Braunschweig. „450 Jahre Heidelberger Katechismus“: Das klingt erst einmal ziemlich trocken, aber die gleichnamige Ausstellung in der Bartholomäus-Kirche macht rasch klar: Diese Schrift – Grundpfeiler der reformierten und unierten Kirche – beantwortet Grundfragen der Menschheit.

Was gibt mir Trost im Leben? Diese Frage beschäftigt nicht nur heute Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Auch im
unruhigen 16. Jahrhundert, Entstehungszeit des Katechismus, suchten die Gläubigen nach einem Halt: Missernten und Pest bedrohten ihre Existenz, Aberglaube war weit verbreitet und jeder Fürst erklärte eine andere Konfession zur allein gültigen für sein Gebiet.
Verwirrend für die Gläubigen, aber auch politisch ungünstig – Streitigkeiten, was denn nun der rechte Glaube sei, waren an der Tagesordnung. „Der Heidelberger Katechismus von 1563 löste gleich zwei Probleme: Er gab dem Volk eine Glaubensgrundlage und Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz, Initiator des Katechismus, eine Klammer für sein zersplittertes Herrschaftsgebiet“ erläutert Pastor Klaus Kuhlmann.
So weit zur Geschichte. Das eigentlich zeitlose an der Schrift ist aber der Inhalt. Auf 129 Fragen gibt der Katechismus eine Antwort. Was sind gute Werke? Warum beten Christen? Was fordern die Zehn Gebote? Gläubige wie Zweifler bekommen hier einen klaren, verständlichen Leitfaden an die Hand.
Ein Leitfaden, der noch heute Grundlage der evangelisch-reformierten und unierten Kirche ist. „Natürlich wurde die Sprache inzwischen modernisiert, aber der Heidelberger Katechismus ist überall dort, wo es reformierte Kirchen gibt, bekannt – in den Niederlanden genauso wie in Indonesien“, sagt Kuhlmann und lädt auch Nicht-Kirchgänger ein, mal einen Blick in die Ausstellung zu werfen. „Auch wir in unserer schnelllebigen Zeit fragen uns oft: Was soll ich denn jetzt glauben? Die Menschen von damals sind uns da gar nicht so fremd.“
Geöffnet bis Sonnabend
(24. August), 15 bis 18 Uhr. Begleitend zur Ausstellung in der Bartholomäus-Kirche, Schützenstraße 5a, ist eine kostenlose Broschüre erschienen, die die elf Infotafeln näher erklärt. Sie ist in der Kirche erhältlich.
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