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Anklage gegen Lkw-Fahrer erhoben

Zugunglück: Mann war mit seinem 30-Tonner über die Gleise gefahren und steckengeblieben.

Braunschweig (mak), 14.07.10

„Es hätte auch Tote geben können“, sagt Oberstaatsanwalt Joachim Geyer. Auch so fiel die Bilanz des Zugunglücks in Rüningen katastrophal genug aus: Fast 50 Menschen wurden verletzt, nachdem am Morgen des 20. Januars ein Regionalzug am Bahnübergang Rüninger Mühle trotz Notbremsung einen auf den Gleisen stehenden Getreidelaster gerammt hatte.

Wie die Staatsanwaltschaft Braunschweig gestern mitteilte, ist gegen den 53 Jahre alten Lastwagenfahrer Anklage erhoben worden. Geyer rechnet damit, dass in zwei bis drei Monaten das Hauptverfahren eröffnet wird. Dem Mann wird ein fahrlässiger gefährlicher Eingriff in den Bahnverkehr sowie fahrlässige Körperverletzung in mindestens 49 Fällen vorgworfen. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Freiheitsstrafe und strebt an, dass ihm die Fahrererlaubnis entzogen wird.
Laut Anklage soll der Lastwagenfahrer das geschlossene Behelfstor der Mühle bewusst vom Bahnübergang Berkenbuschstraße aus umfahren haben. Nach rund 50 Metern war der schwere Laster im Gleisbett steckengeblieben. Der Fahrer hatte den Wagen verlassen, um Hilfe zu rufen.
Zu dieser Zeit näherte sich der Regionalzug mit knapp 60 Reisenden, darunter viele Berufsschüler. Trotz eingeleiteter Vollbremsung sei der Zug noch mit 107 Kilometern je Stunde auf das Hindernis aufgefahren. Der erste Waggon entgleiste und rutschte vom Bahndamm. Er musste mit einem Kran geborgen werden.
Der Angeschuldigte, er ist nicht vorbestraft, habe sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. „Die Triebfeder liegt noch im Dunklen“, sagt Geyer. Um die schwere der Schuld zu klären, sei es nicht unerheblich, ob er sich kurzfristig überlegt hat, auf die Gleise zu fahren oder diesen Weg bereits öfter genommen hat.
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