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Am modernen Image gefeilt

Gestern fand der erste „Tag des Handwerks“ statt – Motto: „Deutschland ist handgemacht“.

Von Christoph Matthies, 04.09.2011.

Braunschweig. Beim ersten „Tag des Handwerks“ bot das Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer Braunschweig gestern vielfältige Einblicke. Seit einiger Zeit arbeiten die Handwerkskammern gemeinsam mit Tausenden mittelständischer Unternehmen daran, den im Internetzeitalter vielleicht etwas angestaubten Ruf des deutschen Handwerks aufzupolieren.
„Die Wirtschaftsmacht von nebenan“, als die sich der Berufsstand in der 2010 gestarteten Imagekampagne versteht, hat Nachwuchssorgen: Nur noch rund 13 Prozent aller Erwerbstätigen sind heute im Handwerk tätig. Davon, dass die insgesamt rund 150 Handwerksberufe allerdings durchaus mit der Zeit gehen, konnten sich Interessierte gestern Nachmittag bei einem Rundgang durch die verschiedenen Werkstätten des Berufsbildungszentrums an der Hamburger Straße ein Bild machen.

Wie vielseitig und modern sich das Handwerk heute darstellt, konnten Besucher des Berufsbildungszentrums der Handwerkskammer gestern überprüfen.

„Unser Team hat fünf Millionen Profis. Und alle kommen aus der eigenen Jugend.“ So pfiffig sich das deutsche Handwerk auf den großflächigen Werbeplakaten auch darstellt, die Probleme des Berufsstandes vermögen sie nicht zu überdecken. Denn die „eigene Jugend“ wird immer überschaubarer, wie auch Otto Schlieckmann, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade einräumt: „Es gibt inzwischen die Situation, dass wir in einigen Bereichen vermehrt nach Auszubildenden suchen müssen.“ Vor allem das Nahrungsmittelhandwerk und die Elektronikerberufe seien von fehlendem Nachwuchs betroffen.
„Es ist schwierig geworden, geeignete und motivierte Auszubildende zu finden“, bestätigt auch Stephan Voges, der ein Familienunternehmen im Bereich der Heizungs- und Sanitärtechnik leitet.
Um Handwerksberufe vor allem bei Kindern und Jugendlichen wieder populärer zu machen, fand gestern erstmals der bundesweite „Tag des Handwerks“ statt. In den Werkstätten des Braunschweiger Berufsbildungszentrums, wo sonst Lehrlinge und angehende Meister ausgebildet werden, hatten Interessierte die Möglichkeit, in die Tätigkeiten eines Tischlers, Metallbauers oder Informationstechnikers hineinzuschnuppern. Vor allem Kinder hatten Spaß daran, sich an Praxisanwendungen wie dem „Schweißtrainer“ zu versuchen.
„Wir wollen zeigen, wie vielseitig und innovativ sich das Handwerk heutzutage präsentiert, und welche Zukunftschancen es für Jugendliche bietet“, formuliert Schlieckmann den Gedanken hinter dem Aktionstag.
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