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Alles auf Anfang im Stadtpark

Traditionshaus mit 130-jähriger Geschichte: Am 14. März 1884 eröffnete das Stadtparkrestaurant, heute stehen das Haus und auch der Park unter Denkmalschutz. Foto: Thomas Ammerpohl

Am 31. März ist für Gastronom Andreas Köhler Schluss im Prinz Albrecht – Nachfolger gesucht

Von Marion Korth, 19. März 2014.

Braunschweig. Räumungsverkauf im Restaurant, alles muss raus. Nach zwei Jahren im Stadtparkrestaurant Prinz Albrecht hat Gastronom Andreas Köhler die Kündigung und packt seine Koffer, sprich Kücheneinrichtung und Barsessel.

Am Freitag noch eine letzte gebuchte Geburtstagsfeier, am Sonntag der Ausverkauf des Kleinkrams, wie Bilderrahmen, Geschirr, Stühle oder Kronleuchter (12 bis 18 Uhr), am 31. März ist dann endgültig Schluss. Während Andreas Köhler schon weiter fleißig an seiner gastronomischen Zukunft arbeitet („Mitte April, spätestens zu Ostern will ich den Löwengarten bei den Freien Turnern wiedereröffnen.“), wird derweil nach einem Nachfolger für das Stadtparkrestaurant gesucht. Ganz unabhängig vom künftigen Betreiber will die Nordmann & Karweil Getränke GmbH & Co. KG das Konzept ändern.
Klar, ein bisschen Wehmut schwingt mit. 22 Container Bauschutt hat Restaurantbetreiber Andreas Köhler aus dem maroden Haus geholt, viel mehr an Geld und Arbeit investiert, als er eigentlich wollte, immer wieder gab es unliebsame Überraschungen. Trotzdem ist er jetzt auch froh, „dass es vorbei ist“.

Zu viele Beteiligte, zu viele in einem Boot, das wiegt für Andreas Köhler in seiner Schlussbilanz am schwersten. Schwerer jedenfalls als der Parkplatzmangel im Östlichen Ringgebiet, als Mängel am Haus oder die Auflagen des Denkmalschutzes. „Es war ein Stress, sich mit allen abzustimmen. Im zweiten Jahr habe ich etwas die Lust verloren, weil das Zusammenspiel nicht klappte“, sagt er. Einen Pächterwechsel habe auch er gewollt, aber nicht so. Die Kündigung, weil er Getränkemindestabnahmemengen nicht erfüllt hat, habe ihn überrascht. Weihnachten war ausgebucht, etliche Hochzeitsfeiern waren eingeplant – jetzt musste Köhler allen absagen. „Ein neuer Betreiber hätte einfach weitermachen können“, meint er. Stattdessen jetzt der Schnitt.
Das Stadtparkrestaurant gehört der Stadt, dann wird die historisch gewchsene Struktur etwas kompliziert: Zwischengeschaltet ist nicht nur die Firma Getränke Karweil, sondern auch eine Brauerei, die von der Stadt pachtet und an Karweil weiter verpachtet. Thomas Tägtmeyer, Geschäftsführer der Nordmann & Karweil GmbH & Co. KG, bestätigt der nB, dass Lars Nussbaum („Genuss-Tresor“ „Wahre Liebe“) „im Gespräch ist“, um im Stadtparkrestaurant mit neuem Konzept zu beginnen. Nussbaum selbst war gestern nicht zu erreichen. Ein „warmherziges, gastfreundliches Wirtshaus mit deutscher Küche und Angebot für Kinder“, das ist geplant, „keine Musikbude“, sagt Tägtmeyer. Wichtiger, als schnellstmöglich einen neuen Betreiber zu finden, sei es, ein Konzept zu installieren, das zu Braunschweig und dem Östlichen Ringgebiet passt. Kritik am Zusammenwirken mit der Stadt weist er nachdrücklich zurück.
Zum Stand der Dinge befragt, teilte die Stadt gestern mit: „Der Unterpächter hat der Stadtverwaltung bereits einen möglichen neuen, sehr erfahrenen Betreiber vorgestellt. Die Stadtverwaltung würde es begrüßen, wenn dies zustande käme. Zuständig für die Suche nach einem neuen Betreiber ist aber der Unterpächter, die Firma Getränke Karweil.“
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