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Afrika – Eine Liebe fürs Leben

Joachim Hempel (Fünfter von rechts) mit einer Braunschweiger Reisegruppe auf dem Schulhof der Deutschen Kirchenschule in Äthiopien/Addis Abeba. Archivfotos (3): Thomas Ammerpohl
 
Frauen in Afrika: Die Lastenträgerinnen auf diesem Bild gehören ebenso zur Wahrheit, wie die Schönheit auf dem Foto unten.

„Der unterschätzte Kontinent – Quo vadis, Afrika?“ – Diskussionsrunde im BZV Medienhaus.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 5. August 2016.

Braunschweig. „Irgendwann muss auch mal Schluss sein“, sagt Joachim Hempel, „irgendwann muss ein anderer den Staffelstab übernehmen“. Seit mehr als 40 Jahren engagiert sich der Theologe auf dem afrikanischen Kontinent – mit vielen kleinen Erfolgen, aber der erhoffte Durchbruch ist nirgends in Sicht. Zigtausend Afrikaner machen sich auf den Weg nach Europa, sie fliehen vor Kriegen und Diktaturen, vor Hunger, Durst und Willkür. Vor der Perspektivlosigkeit.

„Das Umsetzen 1:1 unserer Standards funktioniert nicht und behindert die Entwicklung afrikanischer kreativer Lösungen. Oder muss ein Afrikaner einen französischen, englischen Schulabschluss oder deutsches Abitur haben?“, fragt Hempel nach dem Sinn der seit Jahrzehnten praktizierten Entwicklungshilfe.

Quo vadis, Afrika?

Aber sang- und klanglos das Thema aufzugeben, das ist nicht Sache Joachim Hempels. Jetzt hat er, gemeinsam mit Armin Maus, Chefredakteur der BZ, eine Expertenrunde zusammengestellt, die unter dem Titel „Der unterschätzte Kontinent – Quo vadis, Afrika?“ am nächsten Dienstag im BZV Medienhaus mit Besuchern ins Gespräch kommen will. Und siehe da, der Abend ist ruckzuck ausverkauft, das Interesse offensichtlich groß. „Vielleicht können wir ja dauerhaft eine Gesprächsreihe etablieren“, hofft Hempel noch irgendwie irgendwas für „sein“ Afrika bewegen zu können.
1973 begann für den damals jungen Vikar die „Afrika-Liebe“ mit einem Jahr in der deutschen Gemeinde in Addis Abeba/Äthiopien. Das ostafrikanische Land ist eine zweite Heimat für ihn und seine Frau Gisela geworden.
Zurück in Riddagshausen wurde der Pfarrer dann von seinem kirchlichen Gesprächskreis geradezu gedrängt, Reisen zu planen. „Sie wollten die Länder, in denen die Bibelgeschichten spielen, unbedingt mal besuchen“, erzählt Hempel von den Anfängen.
1982 brach die erste Reisegruppe unter seiner Leitung auf, es ging nach Syrien. 80 Reisen sollten folgen. In all den Jahren haben die Gruppen aus Braunschweig „Lücken des Friedens“ gefunden, in denen bestimmte Länder überhaupt zu besuchen waren und sind. Syrien, Pakistan, der Jemen vor, zwischen oder nach diversen Bürgerkriegen. Häufig ging es ins Heilige Land – und immer wieder Afrika. Der Kontinent lässt Hempel nicht mehr los. „Ich weiß nicht, wie es weitergehen und ich weiß auch nicht, wie es besser werden kann“, resümiert er nüchtern, „aber ich weiß, dass unsere Weltsicht in einer Schieflage ist“.

Uganda nach Idi Amin

Tausende von Hilfsorganisationen seien ja offensichtlich nicht die richtige Antwort. Eher sei auf fairen Welthandel zu setzen, Entwicklungshilfe nur an überprüfbare Projekte und „saubere“ Staaten zu geben, überhaupt, die „guten Seiten Afrikas mehr in den Blick zu nehmen und zu stärken.“
Gerade war Hempel in Uganda, das Land, das immer noch mit dem Namen des grausamen Diktators Idi Amin verbunden ist. „Was wissen wir denn über Uganda?“ fragt er, „genau – so gut wie nichts.“ Er habe ein funktionierendes, fruchtbares, gut organisiertes Land vorgefunden, mit hohen Bildungsstandards, nachhaltigem Tourismus und ökologischem Umweltschutz. „Das Nachbarland Ruanda hat schon lange die Plastiktüten verboten“, erzählt Hempel begeistert von Entwicklung und Fortschritt.
Die jetzt gestartete „Afrika-Gesprächsreihe“ sei eine Chance, sich zu informieren, besser zu verstehen. „Und wir könnten auch sehr viel von und in Afrika lernen“, ist Joachim Hempel überzeugt. Im September startet er zu seiner endgültig letzten Studienreise. Natürlich Afrika – noch einmal Namibia.
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