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Abfahrt vom Parkdeck stockt

Demnächst noch mehr rabattierte Stellflächen für Veranstaltungsbesucher im Umfeld.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 22. Mai 2015

Braunschweig. Parken – die Zweite: Nach der nB-Reportage über das Auto-Gedrängel im Östlichen Ringgebiet (16. Mai) erreichten uns genervte Hilferufe von Gästen der Stadthalle. „Ich stand nach einem Konzert mehr als 45 Minuten in der Schlange, um vom Parkdeck zu kommen“, ärgert sich ein Besucher.

„Ja, ab und zu gibt es noch Probleme“, räumt Stadthallenchef Stephan Lemke auf Anfrage ein, „aber immer seltener.“ Im Grunde nur noch bei klassischen Konzerten, fügt er an. Ganz vorsichtig ausgedrückt: Das eher ältere Klassikpublikum tue sich mit Neuerungen etwas schwer. „Bei allen anderen Veranstaltungen läuft es reibungslos“, sagt Lemke. „Besonders die Gäste von außerhalb haben und machen keine Probleme, denn sie sind es gewohnt, das Parkplatzgebühren bezahlt werden.“
Nur in Braunschweig, da war das lange anders. Gut 45 Jahre lang konnten Autofahrer auf dem Gelände der Stadthalle auf 460 Plätzen kostenfrei parken. Das taten sie auch. Und lange ging das gut. Auslöser für Veränderungen kamen aus der unmittelbaren Umgebung.
So fing es an: „Am Bahnhof und am entstehenden Brawo-Park fielen Stellflächen weg, beziehungsweise wurden dort Parkplätze kostenpflichtig. Auch das Marienstift hatte begonnen, Gebühren zu nehmen, und so wurde es auf unseren Parkdecks immer voller“, blickt Stadthallen-Chef Stephan Lemke zurück.
„Viele Bahnreisende, die für mehrere Tage wegfuhren, stellten ihre Autos bei uns ab, auch immer mehr Schüler aus den umliegenden Schulen nutzten die kostenfreien Stellflächen zunehmend. Und irgendwann war es voll. „Wir hatten für unsere eigenen Veranstaltungen nicht mehr genug Parkflächen frei“, sagt Lemke.
„Seine“ Stadthallen GmbH hat schließlich Anfang 2013 das gesamte Gelände von der Stadt übernommen. „Mit allen Pflichten“, erklärt Lemke, wie Winterdienst, Instandsetzung und mehr. „Und die Parkdecks sind wie die Stadthalle 50 Jahre alt, da gibt es einen hohen Wartungsbedarf.“
Zur Kostensenkung – und auch zur Parkplatzregulierung – wurden im Oktober 2013 Parkgebühren eingeführt. Und Schranken aufgestellt. „Danach gab es erst mal ziemlich viel Stress“, erzählt der Veranstaltungsprofi. Inzwischen aber habe sich das sehr verbessert.
Der Suchverkehr in den umliegenden Straßen habe abgenommen, „ die Besucher kommen sehr viel früher, wir haben fast keine Zuspätkommer mehr“, freut er sich. Mehr und mehr werde auch das sogenannte Kombiticket genutzt: „Alle unsere Eintrittskarten sind gleichzeitig auch Fahrscheine für den öffentlichen Personennahverkehr“, betont Lemke. Sein Beschwerdemanagement verschicke mit der Antwort gern mal einen Busfahrplan, um die Besucher vom Auto wegzulocken.
Auf weitere Entlastung hofft der Stadthallen-Chef nach der Fertigstellung des Brawo-Parks. „Dort wird es 1000 kostenpflichtige Parkplätze geben, die wir abends gern rabattiert unseren Besuchern anbieten würden.“
Das funktioniere jetzt schon gut mit dem Bahnhof. „Im Abholerbereich gibt es eine Veranstaltungstaste, da können unsere Gäste von 18 bis 2 Uhr in der Nacht für drei Euro ihr Auto abstellen“, erklärt Lemke.
Wo die Fahrer, die früher auf den Decks der Stadthalle kostenfrei parkten, ihre Autos heute hinstellen, weiß er nicht genau, im direkten Umfeld seien nach einer Untersuchung Parkuhren aufgestellt worden, „die Anwohner können für knapp 40 Euro im Jahr einen Parkausweis beantragen.“ 50 feste Stellplätze vermietet auch die Stadthallen GmbH, „einige sind sogar noch frei“, sagt Lemke. „Für 48 Euro im Monat kann bei uns noch gemietet werden.“
Bleibt nur noch das Problem mit dem Klassikpublikum. „Wir haben einen Mitarbeiter an der Schranke stehen, der ein wenig hilft, erklärt und für einen besseren Ablauf sorgt“, erklärt Lemke. Mit der Zeit werde auch diese Klientel die Neuerung sicher annehmen.
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1 Kommentar
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Horst Schmid aus Braunschweig - Innenstadt | 23.05.2015 | 16:28  
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