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40 Mitarbeiter der Firma EWE-Armaturen Braunschweig wollen Leben retten

Dr. Henk Garritsen, Chefarzt des Institutes für Klinische Transfusionsmedizin und Arzthelferin Susanne Bah nehmen (v.l.n.r.) Jan-Peter Ewe, Geschäftsführer EWE-Armaturen sowie Frank Peschel, Betriebsratsvorsitzender der Firma, Blut für die anschließende HLA-Typisierung ab. Bildnachweis: Klinikum/Scheibe.
Alle 45 Minuten erkrankt ein Mensch in Deutschland neu an Leukämie, im Jahr sind es ca. 11.000 Menschen – darunter viele Kinder und Jugendliche. Bundesweit sind 4,3 Millionen Menschen typisiert, dennoch fehlt jedem 5. Patienten ein geeigneter Spender und somit die einzige lebensrettende Heilungsmöglichkeit. Die Chance bei Fremdspendern, wenn in der eigenen Familie niemand gefunden wird, liegt bei 1:500000.

urch die persönliche Betroffenheit einer Mitarbeiterin von EWE-Armaturen Braunschweig und dem Wunsch Menschen für dieses Thema zu sensibilisieren, veranstaltete die Firma vor Ort eine Knochenmarktypisierung. Durchgeführt wurde die Typisierung durch das Institut für Klinische Transfusionsmedizin des Städtischen Klinikums Braunschweig gGmbH und der Deutschen Stammzellspender Datei Dessau (DSD).

Rund 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Firma ließen sich Blut entnehmen und auf HLA-Merkmale typisieren. Bei den HLA-Merkmalen bzw. Humanen Leukozyten-Antigenen handelt es sich um Strukturen auf den Oberflächen der Körperzelle. Das Immunsystem kann anhand derer zwischen eigenem und fremdem Gewebe unterscheiden.

„Bei der überwiegenden Mehrzahl der Patienten muss nach einem nicht verwandten Spender gesucht werden“, erklärt Dr. Henk Garritsen, Chefarzt des Institutes für Klinische Transfusionsmedizin. „Daher freut es mich sehr, wenn Menschen wie die Mitarbeiter der Firma EWE-Armaturen aus eigenem Engagement heraus eine Knochenmarktypisierung auf die Beine stellen und so als gutes Vorbild voranschreiten. Auch ist eine solche Typisierung ein guter Check-up für jeden Einzelnen. So können Auffälligkeiten wie etwa Eisenmangel schnell diagnostiziert und behandelt werden.“

„Wir sind ein mittelständisches Familienunternehmen in der dritten Generation, unsere Mitarbeiter nehmen die Verantwortung nicht nur in unserer Firma an und gestalten diese, sondern tun dies auch über ihren Beruf hinaus. Ein positives Menschenbild prägt den Umgang miteinander und ist uns daher sehr wichtig“, sagt Jan-Peter Ewe, Geschäftsführer der Wilhelm Ewe GmbH & Co. KG.

Bei Blutstammzelltransplantationen ist die Übereinstimmung zwischen den Gewebemerkmalen von Patient und Spender äußerst wichtig. Der Focus wird auf einen möglichst hohen Grad an Übereinstimmung gesetzt, um so das Risiko einer Abstoßung des Transplantats zu minimieren.

Das Typisierungsergebnis und weitere für die Suche relevante Daten werden von einer Spendendatei, wie der DSD, an das Zentrale Knochenmarkspenderegister Deutschland (ZKRD) weitergeleitet. Im ZKRD stehen die Daten für alle Patienten weltweit zur Verfügung. Die HLA-Merkmale von Patient und Spender werden von der ZKRD miteinander verglichen, daraus werden sogenannte Matchlisten erstellt und so potenziell passende Spender heraus gefiltert. 75% der Patienten können dadurch nach 3 Monaten ihren passenden Spender finden.

Das Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland ist die größte Datenbank in Europa und eines der leistungsfähigsten Register weltweit. Jährlich werden rund 27.000 Anfragen aus dem Aus- und Inland bearbeitet und über 6.000 Transplantationen mit deutschen Spendern durchgeführt.

Das 1946 gegründete Unternehmen EWE-Armaturen hat sich auf die Produktion von Hausanschluss-Armaturen und Rohrleitungszubehör für Wasser, Gas und Abwasser spezialisiert.


Das Institut für Klinische Transfusionsmedizin umfasst die Blutbank, den Bereich der Blutspende/Hämapherese (Arzneimittelherstellung) sowie die transplantationsimmunologische Diagnostik. Zum Aufgabenspektrum gehören die immunhämatologische und transplantationsimmunologische Diagnostik sowie die Anforderung von Blutkomponenten einschließlich Verträglichkeitsuntersuchungen. Als Verwalter von DRK Satellitendepots stellt das Institut die logistische Versorgung mit Blutprodukten am Klinikum, an anderen Krankenhäusern der Region sowie bei niedergelassenen Ärzten sicher. In Zusammenarbeit mit dem DSD Stammzellregister Dessau werden Knochenmarkspendeaktionen durchgeführt.
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