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Zwischen Liebe und Falschheit

Das Staatstheater spielt mit „Salvator Rosa“ von Antonio Carlos Gomez ein unbekanntes Stück

Von Birgit Leute, 27.01.2010

Braunschweig. Ganz schön pathetisch geht es bei Antonio Carlos Gomes (1836-1896) zu. Ein Volk kämpft gegen die Fremdherrschaft und wird gnadenlos hintergangen. „Salvator Rosa“, derzeit im Großen Haus“ des Staatstheaters zu sehen, feierte eine umjubelte Premiere.

Es ist das erste Mal, dass die Oper des brasilianischen Komponisten auf einer deutschen Bühne gespielt wird. Mehr als hundert Jahre war sie verschüttet, Dirigent Georg Menskes hat das Orchestermaterial für die Braunschweiger Inszenierung wieder „ausgegraben“ und aufbereitet.
Zugegeben: Für den heutigen Zuschauer kommt „Salvator Rosa“ ein bisschen schwülstig daher: Die Neapolitaner planen einen Aufstand gegen die spanische Fremdherrschaft, werden jedoch von dem eiskalten Herzog von Arcos (sehr gut gespielt und gesungen von Dae-Bum Lee) hinters Licht geführt, der Anführer anschließend umgebracht. Tragisch wird der Konflikt auch noch durch die unglückliche Liebe zwischen dem neapolitanischen Maler Salvator Rosa und der Tochter des Herzogs. Antonio Carlos Gomes liebt die großen Gefühle: Liebe, Hass, Falschheit, Schwärmerei prallen unvermittelt aufeinander. „Ich gehe unendlicher Freude entgegen oder dem Tod“ singt Isabella (Mária Porubcinová), die unglückliche Tochter des Herzogs. So ist es. Der Brasilianer lässt nicht viel Platz für Zwischentöne. Umso einschmeichelnder und harmonischer ist dagegen seine Musik. Zwar fehlen die eingängigen „Gassenhauer“, wie man sie aus den bekannten Werken kennt, doch die Arien gehen leicht ins Ohr, verstehen sofort zu fesseln. Kongenial umgesetzt wird „Salvator Rosa“ durch das Bühnenbild von Dorit Lievenbrück, die die Handlung durch die vielen Verweise auf die französische Revolution und das Franco-Regime weit über die unmittelbare Spielzeit hinaushebt.
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