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Zwischen Flucht und Hoffnung

Marie, Herzogin von Braunschweig, starb schon mit 25 Jahren. Fotos: T.A.
Braunschweig: Schlossmuseum Braunschweig |

Ausstellung im Schlossmuseum zeigt das Schicksal von Marie, Frau des „Schwarzen Herzogs“.

Von Birgit Leute, 01.07.2015.

Braunschweig. Jung, hübsch und ziemlich unbekannt: Eine Sonderausstellung im Schlossmuseum zeigt noch bis zum 26. Juni 2016, wer die Frau des „Schwarzen Herzogs“. Unter dem Titel „Marie! Die Frau des Schwarzen Herzogs“ lernen die Besucher eine mutige und überraschend moderne Herzogin kennen.

„Von der Geschichtsforschung wurde Marie bislang nur wenig beachtet“, sagt Museumsleiterin Anne-Kristin Rullmann über die eher dünne Quellenlage. „Zu Unrecht“, wie sie findet. Denn Marie, so Rullmann, durchlebte dramatische Zeiten und steht beispielhaft für das Leben einer Fürstin und Frau um 1800. „Durch die napoleonischen Kriege geriet ihr Familienleben ab 1806 völlig aus den Fugen“, sagt Ulrike Sbresny, Kuratorin der Ausstellung: Maries Schwiegervater wurde bei Kämpfen schwer verletzt, ihr Mann Friedrich Wilhelm geriet in französische Kriegsgefangenschaft. Die junge und bisher eher schüchterne Herzogin stand plötzlich alleine mit ihren beiden Kindern dar. „Marie wuchs mit ihren Aufgaben, wie Briefe belegen“, sagt Sbresny. Selbst auf ihrer Flucht quer durch Nordeuropa schickt sie ihrem Mann immer wieder ermutigende Schreiben, obwohl Napoleon keine Zweifel an seinen Absichten ließ: „Ich kenne den Prinzen von Braunschweig nicht, ich erkenne in ihm nur den preußischen General, ich möchte diese Familie auslöschen.“
Der frühe Tod Maries – sie starb mit nur 25 Jahren bei der Geburt ihres dritten Kindes – war für Friedrich Wilhelm ein schwerer Schock. „Es ist gut möglich, dass der Verlust Maries Friedrich Wilhelm den Anstoß gab, sich zu radikalisieren und zum ’Schwarzen Herzog’, zum Freiheitskämpfer, zu werden“, vermutet Co-Kurator Dr. Bernd Wedemeyer.
Für die Ausstellungsmacher ist klar: Marie und Friedrich Wilhelm zeigen mit ihrer Unabhängigkeit, Aufgeklärtheit und ihrem Individualismus schon viele Züge des modernen Menschen.



SERVICE

Die Ausstellung „Marie! Die Frau des Schwarzen Herzogs“ ist noch bis 25. Juni 2016, Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr im Schlossmuseum zu sehen. Gezeigt werden neben der Geschichte Maries auch Mode und Kunsthandwerk aus der Empire-Zeit, Teile eines Fürstenberger Porzellanservices und Belege der fürstlichen Haushaltung.
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