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Zwei Genies verändern die Welt

Nach dem Buch kommt jetzt der Film: „Die Vermessung der Welt“ überzeugt im Kino weniger.

Von Falk-Martin Drescher, 28.10.2012.

Braunschweig. Der Film „Die Vermessung der Welt“ hat für Braunschweig definitiv eine übergeordnete Bedeutung. Neben dem Naturforscher Alexander von Humboldt dreht sich nämlich alles um den „Fürsten der Mathematiker“: Den Braunschweiger Carl Friedrich Gauß.

Mit seinen Erkenntnissen in der Mathematik, Physik und Astronomie und Geodäsie veränderte er nachhaltig viele Weltansichten.
Glauben die Leser und Zuschauer dem Roman „Die Vermessung der Welt“ von Daniel Kehlmann oder auch dem daraus hervorgegangenen Film, war Gauß nicht nur ein Genie, der seinesgleichen suchte, sondern auch ein extrem spezieller Mensch. Durch seine unverblümte Direktheit, seinen forschen Sarkasmus und seine wissenschaftliche Abgeklärtheit machte er seiner Umwelt das Leben schwer.
Schwer hatten es mitunter auch Zuschauer, dem Film die Begeisterung zu entnehmen, die Kehlmann erfolgreich mit seinem Bestseller zu transportieren wusste. Ein seltener Fall ist es vermutlich, dass an dieser Stelle der Roman dringend empfohlen werden sollte, um den leider nur bedingt überzeugenden Film wieder in ein angemessenes Licht zu rücken. Maßgeblich Akzente setzte auch das im Jahr 2008 am Staatstheater Braunschweig aufgeführte gleichnamige Stück, das deutschlandweit zu Recht überzeugte. Regisseur Dirk Engler wusste ziemlich gut und genau, den in 42 Sprachen übersetzten Roman verständlich auf die Bühne zu transportieren.
Der neue Film ist, allein schon aufgrund der beeindruckenden 3D-Naturaufnahmen, einen Kinobesuch wert. Außerdem zeigt er, wie zwei grundverschiedene Menschen mit dem Symbol der Feder die Weltanschauung revolutionieren: Gauß, mit der Feder schreibend, von Humboldt, an den unterschiedlichsten Orten der Welt, neue Gefieder entdeckend.
Noch wertvoller ist es allerdings, sich neben den Werken von Kehlmann auch mit den Braunschweiger Wurzeln von Gauß auseinanderzusetzen. Sein Geburtshaus in der Wilhelmstraße 30 wurde im Verlauf des Zweiten Weltkriegs leider zerstört, dafür lässt sich Gauß’ Bedeutung auf anderen Wegen sichtbar erkennen: Ein Gauß-Denkmal, der Gaußberg, das Gaußgymnasium und auch die Carl-Friedrich-Gauß-Medaille machen bewusst, was die Stadt und die Welt Genies wie Carl Friedrich Gauß zu verdanken haben.
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