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Zwei Freunde auf dem Weg vom Fragment zum Bild

Fabian Hübner (l.) und Fabian Treiber stellen ihre Arbeiten unter dem Titel „Ich hab’ Dich gesehen, mein Freund“ bis zum 9. Mai in der Galerie Hugo45 aus. Foto: André Pause

Hugo45: Doppelausstellung von Fabian Hübner und Fabian Treiber.

Von André Pause, 11.04.2015.

Braunschweig. Sie sehen sich ziemlich ähnlich, auf den ersten Blick, die Künstler Fabian Hübner (Jahrgang 1982) und Fabian Treiber (Jahrgang 1986): beide mit Basecap, beide mit Bart, beide im schwarzen T-Shirt, alterstechnisch nicht weit auseinander und etwa gleich groß. Kruzifix! Händeringend sucht das Auge des Schreibers die beiden sympathischen Herren nach Distinktionsmerkmalen ab. Klappt, letztlich, dank T-Shirt-Aufdruck. Puh!

Einfacher ist die Sache, wenn es um ihre Arbeiten geht, die die beiden Absolventen der staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart ab dem heutigen Samstag (Vernissage ab 19 Uhr) bis zum 9. Mai unter dem Titel „Ich hab’ Dich gesehen, mein Freund“ in der Galerie Hugo45 im westlichen Ringgebiet präsentieren. Erstmals stellen Hübner und Treiber in dieser Form zusammen aus. Obschon sie sich aus der Fachklasse für Malerei gut kennen, ein Experiment sei das Ganze schon, da sind sich beide einig. Das beginne schon bei der weichenstellenden Frage zum Duktus der Ausstellung: „Da überlegt man sich natürlich, ob man einen ständigen Dialog schaffen oder doch eher separat hängen möchte“, meint Hübner.
Froh sind die Künstler unterdessen, dass Galerist Achim Helweg und Kuratorin Laura Wurster, die Ausstellung überhaupt ermöglicht haben, dass ihnen die Chance gegeben wurde, „hier hochzukommen“. Schön und interessant sei das.

Stilistische Unterschiede

Die Werke von Hübner und Treiber unterscheiden sich im Ergebnis doch deutlich. Gut, beide entwickelten aus einem Fragment heraus, wie sie sagen, doch bei einem – Hübner – führt dies zu sehr gegenständlichen Motiven, die absurde Momente der Nachdenklichkeit bebildern, während die collagig wirkenden Arbeiten des anderen – Treiber – begrifflich wie inhaltlich schwerer zu packen sind. „Organisch-abstrakt trifft es vielleicht am besten“, lacht der jüngere der beiden Fabiane, der sich selbst vor kategorischen Stilbemessungen oder Zuschreibungen hütet. „Ich finde, dass verklärt zu sehr.“ Er sei zu einer Art „Work in Progress“-Arbeitsweise übergegangen, die ihn partiell aus der Rolle des Autors oder Regisseurs entlasse, zugleich aber auch einen guten Prüfmechanismus für intuitives Sehen darstelle: Wenn die Wendungen von Grün zu Baum oder Blau zu Himmel zu deutlich würden, sorge der Mechanismus beizeiten für die Erkenntnis: „Das kannst Du so nicht machen.“ Seine farbensatten Arbeiten fertigt Treiber mit Ölfarbe und Kunstharzlack auf Leinwand. Hübner, der seinerseits mit dem Etikett Neosurrealismus leben könne, arbeitet mit Öl auf Leinwand, untermalt teilweise mit Acryl. Auch wenn er für seine Bilder Dinge ebenfalls „passieren lasse“, im Gegensatz zu Treiber suche er beim Malen eher Halt. Finden tut er diesen vor allem im klaren Motiv der realen Szenerie.

Öffnungszeiten

Geöffnet ist die Ausstellung „Ich hab‘ Dich gesehen, mein Freund“ bis zum 9. Mai, immer donnerstags von 18 bis 20 Uhr und sonntags von 15 bis 18 Uhr. Künstlergespräche sind noch nicht geplant. Bis Montag sind sie jedoch in der Galerie Hugo45 anwesend. Weitere Informationen: www.hugo45.com.
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