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Zeit für einen neuen Blickwinkel

Vanessa Maurischat berichtet in ihrem Programm „Amor & Psycho“ von absurden Situationen im Alltag. Foto: oh

Montagabend präsentiert Vanessa Maurischat „Amor & Psycho“ bei „Kultur im Zelt“.

Von André Pause, 19.09.2015.

Braunschweig. Großgeworden ist die seit Jahren in Berlin lebende Braunschweigerin Vanessa Maurischat mit Chansons aus der Liedermacher-Abteilung. Schon damals gab sie zwischen den Liedern Anekdoten zum Besten, ohne dass das Ganze vollends kabaretthafte Züge angenommen hätte. Dann wechselte sie das Fach und ist nunmehr in der Comedy- beziehungsweise Kabarettwelt zu Hause. Am Montagabend (21. September) präsentiert Maurischat ihr neues Programm „Amor & Psycho“ bei „Kultur im Zelt“ (20.30 Uhr).

Wer in Anbetracht der Schreibweise des Titels klugscheißerisch meint, hier läge ein Tippfehler vor, irrt. Volle Absicht das Ganze. Um Götter und Königstöchter geht es in ihren 90 Bühnenminuten nämlich eher weniger. Um die Liebe und den Wahnsinn dafür umso mehr. Themen also, die uns alle angehen.
Um die große Liebe zu finden, müssten sich die Leute erst einmal selber lieben, findet die Künstlerin: „Da sind dann viele schon am Anfang ihrer Psychosen. Aber auch sonst ist der Alltag voller Dinge und Situationen, denen wir immer wieder begegnen, und die Absurditäten in sich bergen. Die findet man morgens beim Bäcker, in der S-Bahn, oder auch beim Lesen des Beipackzettels von Medikamenten. Ich möchte den Finger in die Wunde legen und Denkanstöße geben bei Dingen, zu denen man eine Haltung entwickeln sollte.“
Also ein Stück weit Ideen, Rat und Lebenshilfe? „Eigentlich geht es genau dagegen. Es gibt ja für alles einen Ratgeber. Die Leute lassen sich coachen und machen Pilates. Uns wird immer eingeredet, dass wir bei 1,70 Meter nur noch 50 Kilo wiegen dürfen. Und wir glauben das auch noch. Das müsste man vielleicht mal aufbrechen“, sagt Maurischat. Schließlich sei es doch viel wichtiger, dass wir uns von Klischees und vorgefertigten Bildern verabschieden. „Auch wenn ich anderthalb Stunden weder die Sichtweise der Leute noch die Welt verändern kann. Ich wünsche mir, dass sie stutzen, dass sie einmal für ’ne Sekunde aus ihrer Gewohnheit rauskommen und den Blickwinkel verändern.“ Vordergründig politisch seien ihre Abende zwar nicht („Das können andere besser als ich“), ohne Zeigefinger sozialkritisch jedoch auf jeden Fall.
Wer erleben möchte, wie Vanessa Maurischat mal komödiantisch, mal sarkastisch, mal subtil die Grenzen des kaum Aushaltbaren auslotet, der muss am Montagabend unbedingt zu „Kultur im Zelt“.
Karten gibt es unter der Tickethotline 2 80 18 18, weitere Infos unter www.kulturimzelt.de oder www.vanessamaurischat.de .
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