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Zärtlichkeit, Wut, Verzweiflung: Die wilde Mischung der Liebe

„Geschlossene Gesellschaft“ im Kleinen Haus – Auf der Bühne tobt der Kampf der Geschlechter

Von Ingeborg Obi-Preuß, 11.11.2009

Braunschweig. „Geschlossene Gesellschaft“: Wer schon mal richtig verknallt war, weiß Bescheid. Zumindest, wenn die Liebe nicht erwidert wurde. Dieses Hoffen und Harren, diese Mischung aus Liebe, Wut und Verzweiflung ist das Konzentrat für die wilde Mischung im Kleinen Haus.

Eva-Maria Lerchenberg Thöny hat den Klassiker von Jean-Paul Satre in Bewegung umgesetzt.
Garcin, Journalist und Pazifist, fand stets Gefallen daran, seine Frau zu quälen. Die lesbische Ines hat einen Mann, dessen Frau sie begehrte, kaltblütig ermordet. Und Estelle hat reich aber lieblos geheiratet und ihr Kind, das sie mit einem Geliebten hat, ertränkt. Hinter ihnen fällt die Tür ins Schloss. Sie sind in der Hölle.
Soviel zum Inhalt. Aber auch ohne diese gruseligen Lebensläufe tanzen die drei Protagonisten den Menschen direkt ins Herz. Grundverschieden – und doch ähnlich in ihrem Wollen. Eine prägnante Bewegungssprache lässt die drei Charaktere mitreißend klar erscheinen.
Zwei völlig verschiedene Frauen und ein Mann – auf der Bühne tobt der klassische Kampf der Geschlechter. Ines (Jana Ritzen) wirkt hart und kompromisslos, ihr muskulöser Körper betont eine androgyne Erotik. Sie begehrt Estelle (Mariella Argay) – der Gegenentwurf zu ihr: Weich und wunderschön setzt sie die berühmten Waffen einer Frau rücksichtslos ein. Dazwischen Garcin, Jiri Kobylka, den es fast zerreißt zwischen den Frauen, die in ihrem Kampf gegen- und umeinander zu Furien werden. Ein Beziehungsgeflecht aus Anziehung, Ablehnung, Liebe und Konfrontation. Zärtliche, flüchtige Bewegungen schlagen unvermittelt um in agressiven Kampf. Das Publikum ist hingerissen. Viel Applaus.
Die nächsten Vorstellungen: Heute (11. November) und Donnerstag (12. November).
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