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„Wut würde ich nie verbieten“

„Rapflektion“-Projekt feierte fünfjähriges Jubiläum mit neuer CD und Releaseparty.

Von André Pause, 21.12.2011.


Braunschweig. „Mir macht das alles sehr viel Spaß, ich fühle mich fast wie in einer zweiten Familie“, sagt Mazlun Sasmas. Der 13-Jährige ist einer von zehn Teilnehmern, die das Rap-Projekt „Rapflektion“ in diesem Jahr komplett durchgezogen haben.

Seit 2007 lassen Klaus Gelhaar, Leiter des Tonstudios Löwenhertz, und Rapper Carlos Utermöhlen mit „Rapflektion“ Jugendliche im Alter von 13 bis
17 Jahren aus verschiedenen Stadtteilen zu Wort kommen. „Wichtig ist uns, dass Leute aus allen Schulformen dabei sind“, betont Gelhaar. Schließlich sei Rap ein Thema, bei dem sich auch ein Nichtbildungsbürgerkind gerne kulturell betätigt. „Rap ist Poesie, fördert die Sprachkompetenz, und bringt Jugendliche dazu, miteinander zu reden, die sich sonst nicht einmal mit dem Arsch angucken“, bringt er die Situation auf den Punkt.
Vordergründiges Imagegehabe und irrationale Gettoromantik bleiben bei Rapflektion außen vor. Sexismus, Diskriminierung sowie Gewaltverherrlichung in Texten der Teilnehmer werden grundsätzlich nicht geduldet. Diskutiert werden die Lyrics in der Gruppe allerdings immer. „Die Wut an sich würde ich hier aber niemals verbieten“, so Gelhaar. Denn: Der Weg über Verbote funktioniere generell nicht. Manchmal gehe es eben um harte Themen. Oft steht aber auch einfach Naheliegendes auf der Agenda der Jugendlichen. Mazlun beispielsweise rappt über sein Leben im westlichen Ringgebiet, seinem Viertel.
Insgesamt zehn Monate ist ein „Rapflektion“-Jahrgang bei der Sache. In den ersten vier Monaten fährt Carlos Utermöhlen für die Schreib- und Textarbeiten in die Stadtteile, die Jugendzentren und Schulen. Danach wird im Tonstudio alles zusammengefügt, schließlich das Ergebnis auf CD und der Bühne präsentiert.
Um den verschiedenen Talenten der Jugendlichen Tribut zu zollen, konnten sich die Teilnehmer im nunmehr fünften Jahr des Projektes erstmals auch in anderen Bereichen als dem Rappen einbringen, unter anderem beatboxend oder tänzerisch.
Noch zweimal ist die „Rapflektion“-Formation dieses Jahres im Rahmen von Konzerten zu erleben. Am 23. Dezember im Jugendzentrum Mühle sowie am 13. Januar im Jugendzentrum Heidberg, bevor es im Februar in die nächste Runde geht. Infos gibt es unter www.loewenhertz.com.
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