Anzeige

Witzig, frech und zuckersüß

„Wiener Blut“ von Johann Strauß feierte im Großen Haus des Staatstheaters Premiere

Von Birgit Leute, 25.10.2009

Braunschweig. Hereinspaziert, hereinspaziert. Mitreißend und ironisch inszenierte Regisseur Thomas Enzinger jetzt die Operette „Wiener Blut“ im Großen Haus des Staatstheaters. Ein amüsanter Hieb gegen die Stadt, ihren „Schmäh“ und den Reigen der Liebe.

Spätestens nach dem ersten Akt dürfte allen klar sein: Wiener Blut ist ein besonderer Saft. Es fließt nicht – es wallt, rauscht, pulsiert durch die Adern. Da wird geliebt, belogen, auch mal hysterisch auf den Boden gestampft – und doch kommt alles so charmant, so leicht daher, dass keiner dem anderen wirklich böse sein kann.
Was kann er denn dazu, der Graf Zedlau (gesungen von Tobias Haaks), dass er die Frauen liebt? Sein Problem ist allein, sie alle unter einen Hut zu bringen: die kapriziöse Demoiselle Cagliari (temperamentvoll dargestellt und gesungen von Simone Lichtenstein), die kokette Probiermamsell Pepi Pleininger (Moran Abouloff) und seine Frau, die weltgewandte Gabriele (Susanna Pütters). Perfekt kombinierte Strauß in seiner Operette Gefühl und Witz, gewürzt mit seinen unverwechselbaren, schwungvollen Walzermelodien. Das hat ordentlich Pfeffer, und Dirigent Sebastian Pfeffer, die ausgezeichnet besetzten Charaktere und das süßlich-kitischige, aber genau zum Thema passende Bühnenbild sorgten für einen rauschhaften Ohren- und Augenschmaus.
Einziger Wermutstropfen einer sonst gelungenen Aufführung: Die Sänger mussten allzu oft gegen das Orchester ansingen, was zu Lasten der Verständlichkeit der Texte ging. Begeisterter Applaus. Weitere Vorstellungen am
27. Oktober, 7. und 21. November (jeweils 19.30 Uhr).
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.