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Wie viel Judas steckt in uns?

Freuen sich auf viele Diskussionen (v.l.): Joachim Klement, Intendant des Staatstheaters, Dompredigerin Cornelia Götz und Oliver Simon, Schauspieler am Staatstheater. Foto: Ammerpohl

Lot Vekemans „Judas“ wird im Braunschweiger Dom und in den Kirchen der Region aufgeführt.

Von Birgit Leute, 13.02.2016.

Braunschweig. Der Respekt vor der Rolle ist ihm anzumerken. Schauspieler Oliver Simon spielt vom 2. März an insgesamt zehnmal den Judas.

Die Inszenierung ist eine Zusammenarbeit zwischen der evangelisch-lutherischen Landeskirche, der katholischen Kirche und dem Staatstheater Braunschweig. Außer im Braunschweiger Dom ist der Monolog der niederländischen Autorin Lot Vekemans noch in sieben Kirchen der Region zu erleben.

„Judas, der Verräter, ist eine feste Figur. Seine Funktion ist gesetzt und wird kaum bezweifelt“, sagt Oliver Simon. Die Niederländerin Vekemans bricht mit ihrem Monolog bewusst mit diesem Bild: Ihr Judas ist ein Grübler und Zweifler und dabei zutiefst menschlich. „Was wir hier erleben, ist die anrührende Geschichte eines Menschen, der einen unverzeihlichen Fehler gemacht hat“, sagt Staatstheater-Intendant Joachim Klement.

Das Stück in der Inszenierung von Dominique Schnizer dreht sich immer wieder um die Fragen: Wer hat wen verraten? Wer hat wessen Schuld auf sich genommen? Und wer kann Erlösung für sich in Anspruch nehmen? „Ich habe mehr als einmal Angst empfunden“, verrät Oliver Simon, „denn obwohl ich christlich erzogen bin, kenne ich doch die Zweifel und das Hadern mit dem Glauben.“

Genau das ist für Domprediger Cornelia Götz der besondere Reiz des Monologs: „Ich bin gespannt, was das Stück mit den Zuhörern macht, denn auch wir müssen uns fragen: Wie viel von dem Verräter steckt in uns selbst.“ Kurz vor der Passionszeit liefert „Judas“ damit aufwühlendes Thema, das viel Raum für Gespräche lässt. Im Anschluss an die Aufführung am
5. März im Braunschweiger Dom findet deshalb auch ein Nachgespräch mit dem Publikum statt. „Ohne den Judaskuss wäre das Christentum nie zur Weltreligion geworden, hätte es das Kreuz vielleicht gar nicht gegeben“, unterstreicht Götz.

Karten für Aufführungen in Braunschweig sind an der Theaterkasse im Großen Haus sowie an jeweiligen Veranstaltungsorten erhältlich. Karten für Vorstellungen in der Region sind ausschließlich an den jeweiligen Veranstaltungsorten erhältlich.

Service

Braunschweig:

Die Premiere von „Judas“ ist am 2. März, 19.30 Uhr, im Braunschweiger Dom. Weitere Vorstellungen am 5. und
6. März, ebenfalls um
19.30 Uhr. Am 5. März findet im Anschluss ein Nachgespräch statt.

Region:

12. März: Ev. Luth. Kirchengemeinde heilige Dreifaltigkeit, Salzgitter Bad
3. April: St. Stephani, Goslar
6. April: St. Aegidien, Braunschweig
8. April: St. Marienberg, Helmstedt
9. April: Epiphaniaskirche, Destedt
14. April: Kirchengemeinde, Timmerlah
22. April: St. Trinitatis, Wolfenbüttel

Beginn der Aufführung ist jeweils um 20 Uhr
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