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Wie Sex unser Leben rettet

Besucherandrang beim 14. Science Slam im Haus der Wissenschaft – Plätze reichten nicht aus.

Von Falk-Martin Drescher, 26.03.2014.

Braunschweig. Zwei Stunden vor Beginn standen bereits die ersten „Wissbegierigen“ an – mit rund 300 Besuchern war das Haus der Wissenschaft am Freitagabend zum 14. Science Slam mehr als gut gefüllt. Derweil vor der Tür: immer noch rund 100 Interessierte, die bei der Kartenvergabe leer ausgegangen waren.

Der „wissenschaftliche Kurzvortragswettbewerb“, wie ihn Moderator Roland Kremer beschrieb, ist ein Publikumsrenner, vielleicht auch, weil er so vielfältig ist: Die Bandbreite der Themen reichte vom Weltrekord-Papierflieger der TU über die dunkle Seite des Sportsponsorings bis hin zum Geschlechtsverkehr. Die Bewerbungen für die zehnminütigen Slams treffen übrigens aus der ganzen Nation ein.

Jan Dreisbach und Prof. David Woisetschläger von der Technischen Universität Braunschweig etwa sprachen über die Namensgeber von Fußballstadien – nach dem Hauptsponsor für viele Vereine die zweitgrößte Einnahmequelle.
Neben amüsanten Namens-Beispielen aus der Bundesliga erläuterten sie, wie Vereine ihre Fans bei der Vergabe von den sogenannten „Naming Rights“ bestmöglich einbinden und mitnehmen können. „Stadien sind die Kirchen des Fußballs“, so Prof. Woisetschläger.

Jörn Höpfner verband sein Anliegen mit der Geschichte einer Familienfeier: Der HBK-Student referierte über „Narrative Szenarien und Use-Cases in der Zukunftsforschung – oder: „Warum eigentlich nie jemand so richtig versteht, womit ich mein Geld verdiene.“ Mithilfe des Bildes eines Trichters erklärte er seine Arbeit. Das dünne Ende: Die messbare Vergangenheit. Das Dicke: die Zukunft mit ihren vielen unklaren Einflussfaktoren. Das Problem: „Wir malen die Zukunft in den Farben der Gegenwart.“ Wir würden zu wenig außerhalb des Rahmens denken – genau aus diesem Grund gebe es narrative Szenarien, quasi Science Fiction.

Für den größten Jubel sorgte Johannes Hinrich von Borstel, der für seinen Kurzvortrag „Wie Sex Ihr Leben retten wird“ sogar eigens aus Marburg anreiste. An der Klinik für Kardiologie untersucht er Gefäßerkrankungen, die unter anderem zu Herzinfarkten und Schlaganfällen führen, den weltweit häufigsten Todesursachen. Um dem vorzubeugen, könne man viele Medikamente nehmen oder: häufig zum Geschlechtsakt zusammenkommen. „Dreimal die Woche wäre gut“, lautete seine Empfehlung. Denn beim Beischlaf würden beispielsweise viele wichtige Hormone freigesetzt werden. „Wenn Sie regelmäßigen Sex haben, brauchen Sie die Medikamente nicht.“ Der Vortrag, er sicherte Johannes Hinrich von Borstel mit 71 Punkten nahezu die Höchstpunktzahl der Zuhörer, die regelmäßig mit ihren Wertungskarten die Slammer benoteten.

Bitte vormerken: Der nächste Termin ist für den 18. Juli geplant. Weitere Infos gibt es im Internet unter www.scienceslam.org.
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