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Wie Menschen Affen sehen

Schimpanse. Foto: Neanderthal Museum, bearbeitet durch „Die Kirstings-Kreativwerkstatt“

Erste Kooperationsausstellung von Naturhistorischem und Landesmuseum.

Braunschweig (j), 26.09.2014. „Wie Menschen Affen sehen“ ist das erste Kooperationsprojekt der beiden staatlichen Museen. Auf circa 400 Quadratmetern wird die Sonderausstellung im Landesmuseum am Burgplatz präsentiert.

Die zweisprachige Ausstellung (deutsch und englisch), die sich sowohl aus evolutionsbiologischer als auch kulturgeschichtlicher Sicht den engsten Verwandten des Menschen nähert – den Menschenaffen – , wurde konzipiert vom Neanderthal Museum in Mettmann und ist mit Ergänzungen durch die beiden Landesmuseen bis zum 8. März 2015 in Braunschweig zu sehen.
Die Sonderausstellung untersucht am Beispiel der fünf Menschenaffen Gibbons, Gorillas, Orang-Utans, Bonobos und Schimpansen den ambivalenten Umgang der Menschen mit den Wesen, deren DNA zu 95 Prozent mit unserer übereinstimmt. Die Ausstellung bedient sich zu diesem Zweck vielfältiger Perspektiven: Ergebnisse der seit den 1960er Jahren verstärkten Verhaltensforschung werden der Geschichte der Käfighaltung entgegengesetzt, die Verspeisung von Affen, die vermutlich zur Übertragung von Aids auf den Menschen geführt hat, steht der Vermenschlichung in Fernsehserien wie „Unser Charly“ gegenüber. Die Vernichtung des Lebensraums der Menschenaffen durch Palmöl-Plantagen wird durch Nuss-Nougat-Creme und andere Konsumartikel aus unserem Alltag verdeutlicht. An verschiedenen Stellen wird der Besucher auch zur Interaktion animiert: So ermöglichen zum Beispiel ein Computerspiel-Wettkampf gegen einen Schimpansen, eine Station zum Angeln von Leckerbissen mittels Werkzeugen oder auch der Nachbau eines Käfigs dazu ein, den menschlichen Blick auf die Menschenaffen zu überdenken. Die Sonderausstellung des Neanderthal Museums ist der ideale Anlass gewesen für eine erste Kooperations-Ausstellung des Braunschweigischen Landesmuseums und des Naturhistorischen Museums, weil sie sich sowohl kulturgeschichtlich als auch biologisch dem Thema Menschenaffen nähert.
„Ziel der Ausstellung ist es, den Umgang des Menschen mit seinem nächsten Verwandten nicht nur kritisch zu hinterfragen, sondern die Besucher auch für unsere Verantwortung diesen Tieren und letztlich der ganzen Biosphäre gegenüber zu sensibilisieren“, erklärt Professor Dr. Ulrich Joger, Direktor des Naturhistorischen Museums.
„Vor dem Hintergrund der Ausstellung beeindruckt mich mal wieder Franz Kafkas Erzählung ‚Bericht einer Akademie‘. Der ‚Held‘, ein Affe mit Namen Rotpeter, schildert sein Leben in der menschlichen Zivilisation, wie es sich in vielen Themen der Ausstellung wiederfindet“, ergänzt Dr. Heike Pöppelmann, Direktorin des Landesmuseums.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr, jeden ersten Dienstag im Monat bis 20 Uhr.
Eintritt: Erwachsene sechs Euro (ermäßigt vier)€, Kinder zwei€, Familienkarte 1 (ein Erwachsener plus Kinder) acht €, Familienkarte 2 (zwei Erwachsene plus Kinder) zwölf Euro.€
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