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Wie ein Ehrentag für einen ganz alten Freund

Thomas Ostwald neben dem Porträt Gerstäckers, der am 10. Mai 200 Jahre geworden wäre. T.A.

Friedrich-Gerstäcker-Gesellschaft lädt zum Symposium anlässlich des 200. Geburtstages des Schriftstellers in das Schloss Richmond.

Von Andreas Konrad, 03.05.2016.

Braunschweig. „Glückwunsch, Fritz!“ – was recht flapsig klingt, anlässlich des 200. Geburtstages des Schriftstellers Friedrich Gerstäcker, ist genauso gemeint. Thomas Ostwald wollte das Symposium zu Gerstäckers Ehrentag am kommenden Wochenende (7. und 8. Mai) in Schloss Richmond und angrenzendem Gerstäcker-Museum so nennen „wie ich ihn beglückwünscht hätte“. Und Ostwald weiß, wovon er spricht, schließlich begleitet ihn Gerstäcker schon sein ganzes Leben lang.

„Wir wollten das Symposium nicht so bierernst machen, dafür ist Gerstäcker nicht der Typ, er hat sich stets von Konventionen und Zwängen freigemacht“, so Ostwald, der bereits 1976 eine Biographie über den Schriftsteller und Abenteurer veröffentlichte und Vorsitzender der Gerstäcker-Gesellschaft ist. Und diesem Konzept folgend seien auch die Vorträge zu Werk und Leben Gerstäckers sehr launig angelegt, verspricht Ostwald.

Dass Gerstäcker vor allem über die Grenzen Braunschweigs, wo er aufgewachsen und gestorben ist, hinaus ein Thema ist, beweist ein Gastvortrag von Irene Di Mao aus Louisiana. „Gerstäcker ist einer der wenigen Autoren, der die Pionierzeit in der neuen Welt so verlässlich und exakt beschreibt, dass seine Zeilen historisch bedeutend sind“, sagt Ostwald. Er selbst folgte den Beschreibungen schon in die Wälder Arkansas, um dort die Spuren einer Holzhütte, in der Gerstäcker eine Weile lebte, zu finden. Eine Fototapete davon ziert eine ganze Wand des Gerstäcker-Museums, die Expertise lokaler Gerstäcker-Forscher in den USA belege neben seinen eigenen Studien die Authentizität des Ortes, so Ostwald.
Auf eine weniger bekannte Seite Gerstäckers freut sich Ostwald besonders. Am Sonntag bietet Kapellmeister Achim Falkenhausen am Klavier „Lieder, Kompositionen und mitgebrachte Musik“ Gerstäckers dar. „Auf seinen Reisen hatte er stets eine Zither dabei, spielte damit auch der Königin von Tahiti vor“, macht Ostwald neugierig.

Begleitend zum Jubiläum hat die Gerstäcker-Gesellschaft auch vier neue Publikationen verlegt, die als Gesamtpaket zu einem Sonderpreis erhältlich sein werden. Drei einzelne Erzählungen „Curtis Brautfahrt“, „Der Doppelgänger“ und „Germelshausen“ sowie erstmals einen Gedichtband mit dem von Ostwald kreierten Titel „Wenn mein Rappe mit mir stürmend durch die Wildnis fliegt ...“.
„Glückwunsch, Thomas!“ würde Gerstäcker vielleicht sagen, wenn er noch lebte.

DAS PROGRAMM

Samstag

11 Uhr: Einführung durch Thomas Ostwald
12.30 Uhr: Lesung Sabine Harms aus dem Tagebuch von Marie Huch
14.30 Uhr: Vortrag Joachim Trapp „Gerstäckers Reisen“
15 Uhr: Vortrag Prof. Wolfgang Hochbruck „Lederstrümpfe und Flusspiraten“
16.30 Uhr: Vortrag Wolfgang Bittner „Gerstäcker – spannend, widerborstig und widersprüchlich“
17.15 Uhr: Vortrag Irene Di Mao „Sklaverei und Emanzipation in den Louisiana-Schriften“

Sonntag

11 Uhr: „Lieder, Kompositionen und mitgebrachte Musik“
12 Uhr: Vortrag Thomas Ostwald „Heimliche und unheimliche Geschichten“

Der Eintritt ist frei, zwischen den Vorträgen Führungen in Schloss Richmond und Gerstäcker-Museum.
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