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Wechsel und Bewegung bringen neue Energie

Neue Tänzer, neuer Schwung: Claudia Greco, Joris Bergmans, Gustavo Gomes (oben, v.l.), Alice Gaspari, Martijn Joling und Konstantinos Kranidiotis (unten, v.l.) freuen sich auf die kommende Spielzeit. Foto: André Pause

Die Compagnie des Staatstheaters startet mit sechs neuen Tänzern in die neue Spielzeit – Wiederaufnahme von „Figure Out“ am 4. Oktober.

Von André Pause, 03.09.2014.

Braunschweig. Alle Sparten des Staatstheaters genießen die Sommerferien. Alle Sparten? Nein! Zumindest jetzt nicht mehr. Eine vor Tatendrang nur so sprühende Abteilung ist schon wieder voll im Tun.

Mit gleich sechs Neuzugängen startet die Tanzcompagnie in die kommende Spielzeit. Das ist bei einer Personaldecke von 16 Personen eine ganze Menge. Viel Arbeit für das Leitungsteam um Tanzdirektor Jan Pusch, sollte man meinen.
Großer Wechsel

In der Tat seien Wechsel nicht immer leicht, bestätigt der künstlerische Leiter, sieht sie aber auch als Lebensrealität des Tanzberufes. „Die Tänzer möchten auch von sich aus mit verschiedenen Choreografen arbeiten. Das ist verständlich und, wie ich finde, in den vergangenen Jahren auch einfacher geworden“, sagt Pusch, der das Aufeinanderhocken selbst auch nicht unbedingt befürwortet. Das sei ein bisschen vergleichbar mit Partnerbeziehungen, meint er. Außerdem: „Tänzer wollen sich doch bewegen.“
Drei Neuzugänge sind bereits im Laufe der vergangenen Saison nach Braunschweig gekommen: die Italienerinnen Claudia Greco und Alice Gaspari sowie der Niederländer Martijn Joling haben den anderen Neuen ein paar Eindrücke voraus – was das Theater-Umfeld und die Stadt anbelangt, aber auch die Zusammenarbeit innerhalb der Compagnie. Zusammen mit dem Kreter Konstantinos Kranidiotis, Gustavo Gomes aus Brasilien und Joris Bergmans aus den Niederlanden sollen sie für weitere frische Energie sorgen. „Die abgelaufene Saison war für uns sehr erfolgreich. Das ist schön, aber für das Überdenken der Arbeitsbeziehungen ist ein großer Wechsel durchaus auch positiv. Er macht die Sachen manchmal klarer“, findet Jan Pusch.
Der Mensch in Bewegung
Und wie ist er auf die Neuen gekommen? „Ich schaue nicht mehr so sehr auf den Lebenslauf“, skizziert der Tanzdirektor, der die technischen Möglichkeiten im Laufe der Jahre schätzen gelernt hat. „Es ist natürlich gut zu wissen, ob davor schon auf einem gewissen Niveau getanzt wurde. Allerdings ist mir wichtig, dass ich den Menschen wirklich in Bewegung sehe.“ Zu diesem Zwecke sichtet er vor allem Videos, schaut sich, wenn es die Entfernung erlaubt, den einen oder anderen Tänzer auch auf der Bühne an. Für das engere Auswahlverfahren hat Pusch den Tänzern eine Szene aus „Figure Out“ geschickt und sie daraufhin eingeladen, um die Bewegungssprache der jeweiligen Interpretation unter die Lupe zu nehmen.
Jungspunde und alte Hasen
Grundsätzlich suche er offene und klare Persönlichkeiten, der Background könne da durchaus variieren. „Vieles zeigt sich ohnehin erst in der konkreten Zusammenarbeit“, beschreibt Pusch, der im Vorfeld der Verpflichtungen darauf geachtet hat, dass die Gewichtung aus Jungspunden und alten Hasen stimmt. So ist das Engagement in Braunschweig für den jungen Martijn Joling der erste feste Job nach seiner Ausbildung an der Hogeschool van Amsterdam, während Claudia Greco neben der freiberuflichen Arbeit in zeitgenössischen Tanzproduktionen auch schon Erfahrung im Musical-Fach – unter anderem an der Komischen Oper Berlin – gesammelt hat. Konstantinos Kranidiotis und Gustavo Gomes haben beide am Theater Osnabrück bei Nanine Linning getanzt, und Joris Bergmans, der seine Ausbildung an der renommierten Codarts Tanzakademie in Rotterdam erhalten hat, war zuletzt am Hessischen Staatstheater Wiesbaden engagiert.
Dem wahrscheinlich größten Kontrastprogramm sieht sich Alice Gaspari ausgesetzt. Sie hat bis vor kurzem freiberuflich in London gearbeitet und sich von sich aus für die Audition in Braunschweig beworben. „Das ist schon eine große Veränderung, aber auch schön, was das soziale Leben anbelangt. Wir machen hier viel zusammen. Es fühlt sich ein bisschen so an, wie zu Hause zu sein“, beschreibt die Italienerin.
Das erste Mal zusammen auf der Bühne steht die Compagnie im Rahmen des Theaterfestes am 14. September. Am 4. Oktober erfolgt die Wiederaufnahme von „Figure Out“.
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