Anzeige

Warum die Ostereier bunt sind

Propst Thomas Hofer erzählte vier Kindern Biblisches und Geschichtliches über das Osterfest

Von Annette Heinze, 04.04.2010

Braunschweig. „Meine Mutter hat mir erklärt, dass es den Osterhasen eigentlich nicht gibt. Welcher Hase legt schon Ostereier?“, erklärt Leo (8). Nicht nur über christliche Oster-Symbole sprach Propst Thomas Hofer jetzt mit Kindern aus Braunschweig, Eickhorst und Vordorf.

Der Propst hatte Felix (7), Emily (10), Leo (8) und Michel (7) eingeladen, ihm Fragen über das Osterfest zu stellen. Dann erklärte er Unbekanntes. Leo und Michel hatten Ostern vorher im Religionsunterricht behandelt, Emily besucht die evangelische Kinderbetreuung. Die Kinder zeigten Interesse an der der Oster-Überlieferung.
„Warum folgten ihm nur noch drei Jünger, als Jesus im Garten erschienen war?“, will Leo wissen. Das sei am Donnerstag vor Ostern gewesen, erklärt Thomas Hofer den Kindern. Am Gründonnerstag, einem traurigen Tag: „Weil Jesus seinen Jüngern gesagt hat, dass er sterben wird. Das brachte die Jünger so durcheinander, dass sie aufgeregt durcheinander liefen. Nach Ostern kamen sie alle wieder zusammen und erzählten anderen von der Auferstehung.“
Dann erklärt Hofer noch die geschichtliche Überlieferung. Demnach stamme das Wort „Gründonnerstag“ von „Greinen“ ab, das bedeute „Klagen“ oder „Weinen“. Die Menschen hätten früher an diesem Tag vor Ostern schlechte Dinge gebeichtet und um Vergebung gebeten. Eine andere Überlieferung besage, dass es am Gründonnerstag „grüne Speisen“ wie Gemüse oder Salat gegeben habe – der Tag lag noch in der vorösterlichen Fastenzeit.
Mit dem Fasten haben, das wissen Felix, Emily, Leo und Michel nach dem Gespräch mit dem Propst jetzt, auch die bunten Ostereier zu tun. Übrigens eine interessante Geschichte, die auch nur wenigen Erwachsenen bekannt sein dürfte.
„Man hat in der Fastenzeit vor Ostern kein Fleisch gegessen, auch keine Eier“, erklärt Thomas Hofer, „deshalb musste man sie haltbar machen. Und wie hat man das gemacht?“ „Im Kühlschrank“, vermutet Michel. „Man kochte sie“, weiß Leo.
„Man legte Pflanzenteile dazu, um die Wochen zu markieren. Zu Ostern durften die Eier dann gegessen werden“, rundet Thomas Hofer die Geschichte um die bunten Eier ab: „Dann verzierte man die Eier und bemalte sie.“
„Um den Kindern eine Freude zu machen“, ergänzt Michel. „Genau“, sagt der Propst, „Ostern ist ja schließlich ein Fest der Freude.“
So gut die Kenntnisse der vier Kinder über das Osterfest sind – kirchlich wird es in keiner der Familien gefeiert. Kirche kennen die Kinder von Weihnachten und ihrer Einschulung, Leo besucht „manchmal“ den Kindergottesdienst. Ostern ist demnach vor allem ein Familienfest: „Ich gehe vor dem Frühstück gleich raus, Eier suchen, danach besuchen wir meine Oma“, erzählt Michel.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.