Anzeige

Wärmflaschen statt Badehosen

Bei Berliner Revue- und Operettenhits: Publikum trotzte kalter Witterung bei Klassik im Park

Von André Pause, 16.05.2016.

Braunschweig. „Herzlich willkommen zu Kälte im Park“, begrüßte Orchesterdirektor Martin Weller die Besucher am Nachmittag des Pfingstmontags zu Klassik im Park im Bürgerpark mit einem Augenzwinkern.

Das beliebte Format wurde selbstredend nicht umbenannt, allerdings war die Witterung dermaßen frisch, dass dem ausgegebenen Motto „Pack die Badehose ein“ wohl niemand freiwillig Folge geleistet haben dürfte.
Statt zur Sommergarderobe griff ein Großteil des Publikums ganz augenscheinlich noch einmal in die hinteren Regionen des Kleiderschranks, um warme Umhänge oder die dicke Daunenjacke herauszukramen. Auch die gute alte Wärmflasche lugte aus manchem Picknickkorb, in dem sich normalerweise lediglich die gemütlichste Decke des Haushaltes, leckeres Essen und das ein oder andere Kaltgetränk befinden. Selbst für das Orchester, das Martin Weller zufolge bei Temperaturen unter 16 Grad Celsius (und es war kälter!) gar nicht zum Eingriff ins musikalische Geschehen verpflichtet ist, bedeuteten die von Petrus gesetzten Rahmenbedingungen durchaus eine Herausforderung.

Diese wurde mit Bravour gemeistert: Auf dem Programm standen Highlights der Berliner Revue- und Operettentradition. Das Staatsorchester unter der musikalischen Leitung von Christopher Hein unternahm gemeinsam mit der Sopranistin Katharina Göres, dem Tenor Philipp Kapeller und dem Bariton Orhan Yildiz einen Ausflug ins erste Drittel des 20. Jahrhunderts, eine Zeit, in der Komponisten wie Paul Lincke („Berliner Luft“), Eduard Künneke („Ich bin nur ein armer Wandergesell‘ aus „Der Vetter aus Dingsda“), Franz Lehár („Dein ist mein ganzes Herz“ aus „Das Land des Lächelns“), Walter Kollo („Die Männer sind alle Verbrecher“ aus „Wie einst im Mai“) oder Paul Abraham („Es ist so schön am Abend bummeln zu gehen“ aus „Ball im Savoy“) in der Spree-Metropole zahlreiche bis heute begeisternde Melodien geschaffen haben.

Zweieinhalb schwungvolle und unterhaltsame Stunden trotzten Musiker und Publikum bis zum ausgiebigen Schlussapplaus der Kälte im Park. Die Sonne zeigte sich nur einmal für einen sehr kurzen Moment. Immerhin schafften es die dunklen Regenwolken aus Richtung Süden nicht bis an den Bühnenrand.
1
1
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.