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Von Landschaften und Figuren

Die Künstler Jürgen Bosse (l.) und Marc Haselbach kamen zur Vernissage ihrer Ausstellung nach Braunschweig. Foto: André Pause

Arbeiten von Jürgen Bosse und Marc Haselbach sind jetzt im Alba-Kundenzentrum zu sehen.

Von André Pause, 17.10.2015.

Braunschweig. Beim Betreten des zur Ausstellungshalle umfunktionierten Alba-Kundenzentrums an der Karrenführerstraße kann der Besucher schon mal kurz ins Schmunzeln kommen. Der Werbeslogan des Unternehmens „Wir nennen es Wertstoff“, der gleich mehrere Male im Raum auftaucht, könnte auch für die Skulpturen von Marc Haselbach (1964 in Berlin geboren) getextet worden sein, impliziert er doch: Da kann man noch etwas mit machen.

Der Berliner Bildhauer stellt seine archaischen Arbeiten gemeinsam mit den Fotografien von Jürgen Bosse unter dem Titel „Bosse. Landschaften / Figuren. Haselbach“ aus. Die Skulpturen, meist sind es Kopfformen, sind auf das Einfachste reduziert.
Dies ermögliche, dass das Werk dadurch nicht nur eine bestimmte Geschichte erzählt, sondern gleich mehrere, bisweilen sogar scheinbar gegensätzliche. „Mit dieser Form von Idolen schaffe ich eine Grundform, die weiter trägt als das bloße Porträt“, skizziert Haselbach. Der Kopf sei für ihn unter dem Strich der signifikanteste Körperteil, allein durch den Umstand, dass dieser in aller Regel nackt ist.
Sowohl die spröde Einfachheit, mit der Haselbach zu Werke geht – ganz egal, ob er nun mit Holz, Bronze, Stein oder Alabastergips arbeitet – , als auch die blockartige Schwere seiner Skulpturen im Ergebnis liefern einen augenscheinlichen Kontrast zu den weichen Landschaftsbildern seines befreundeten Künstlerkollegen, mit dem er auch schon in Berlin zusammen ausgestellt hat. Die Verbindungslinie zwischen den beiden Oeuvres schafft schließlich der Fotograf, sind die Menschen direkt oder in Form ihrer hinterlassenen Spuren doch Teil der gezeigten Schauplätze.
Jürgen Bosse (1958 in Wolfenbüttel geboren) widmet sich verstärkt der sogenannten Pinhole-Fotografie, arbeitet mit einer Lochkamera. „Bei mir geht es eigentlich immer um Zeit und Wahrnehmung. Die lange Belichtungszeit der Kamera sorgt für einen ganz anderen Blick auf die jeweils vorhandene Szenerie“, erklärt er. In der Tat nimmt die beinahe gemäldehafte Sanftheit sogar rauen Landschaften oder hohen Wellen einer stürmischen See den Schrecken. Bosses Fotografie, so beschreibt es der Künstler auch selbst, huldigt dem versiegelten Augenblick, bringt Anwesenheit und Abwesenheit, Stillstand und Bewegung sowie Mensch und Natur auf einen stimmigen Nenner.
Die Ausstellung „Bosse. Landschaften / Figuren. Haselbach“ läuft bis zum 5. November und soll der Auftakt zu einer Ausstellungsreihe sein, die das Unternehmen Alba in seinem Kundenzentrum etablieren möchte. Die Öffnungszeiten sind montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 14 Uhr.
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