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Von Eis bis zum Gratis-Internet

Im Theaterstück „Alles was wICHtig ist“ spielen Kinder mit und ohne Behinderung zusammen.

Von Jens Radulovic, 20.03.11

Braunschweig. Wenn am Mittwoch (23. März) das Theaterstück „Alles was wICHtig ist“ am LOT-Theater Premiere hat, liegt der wichtigste Teil der Arbeit hinter dem Ensemble „Die Findlinge“. Denn beim Theaterprojekt für behinderte und nichtbehinderte Jugendliche ist vor allem der Weg das Ziel.

13 Jugendliche stehen zusammen mit Heilerziehungspflegerin Dorota Ogòrkiewicz und Philipp Frackmann, Student Darstellendes Spiel, zu Probeübungen in einer Ecke der Bühne. Ein Kind löst sich aus dem Pulk, rennt in eine andere Ecke und ruft: „Nie wieder schlafen müssen.“ Eine weitere Darstellerin setzt sich von der Gruppe ab. Sie ruft: „Nicht mehr im Internat zu sein.“ Der Rest der Gruppe entscheidet sich für einen der Wünsche und läuft zu dem, der ihn geäußert hat. Dann beginnt die Übung von vorn.
Die Wünsche sind so unterschiedlich wie die, die sie äußern: Ganz viel Eis, einen Hund besitzen, aber auch Internet ohne Kosten – eben alles, was den Jugendlichen wichtig ist.
Den Organisatoren des Theaterprojekts sind andere Dinge wichtig: „Es ist toll mitzuerleben, wenn Kinder, die sich anfangs nur eine halbe Stunde konzentrieren konnten, jetzt zwei Stunden bei der Sache bleiben“, erzählt beispielsweise Martin von Hoyningen Huene, Leiter des Projekts der evangelischen Stiftung Neuerkerode in Kooperation mit dem LOT-Theater.
Der Ansatz sei prozessorientiert, ergebnisoffen und langfristig. „Die Premiere ist entsprechend eher eine Werkschau, die den momentanen Stand der Arbeiten zeigt“, erklärt von Hoyningen Huene. Dabei werden auch Masken zu sehen sein, mit denen die Jugendlichen visuell darstellen, was ihnen wichtig ist.
„Bei meiner Maske geht es um Frieden, sie zeigt die Berliner Mauer mit ganz vielen Menschen darauf“, erzählt Michelle. Die Zwölfjährige von der Förderschule des Braunschweiger Landesbildungszentrums für Hörgeschädigte hat über eine Lehrerin vom Theaterprojekt erfahren. Für sie hat sich die Teilnahme auch schon ganz persönlich gelohnt: „Ich habe mich hier mit Sascha angefreundet“. Damit hat das Projekt nachweislich eines seiner Ziele, das Abbauen von Berührungsängsten zwischen den Kindern, erreicht.
Die Kroschke Stiftung für Kinder unterstützt das Projekt mit 15 000 Euro. „Das gemeinsame Theaterspiel kann dazu beitragen, dass sich die Akteure besser schätzen und kennenlernen“, begründete Stiftungs-Geschäftsführer Gerd-Ulrich Hartmann das Engagement.
Premiere ist am LOT-Theater am 23. März ab 18 Uhr, eine zweite Aufführung am 24. März ab 18 Uhr. Der Eintritt beträgt fünf Euro, ermäßigt drei Euro.
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