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Vier Tage Zukunft auf der Bühne

Das Theaterfestival Fast Forward zeigt ab Donnerstag junge Produktionen aus ganz Europa.

Von Christoph Matthies, 14.11.2012.


Braunschweig. „Eine kleine Reise durch das Theater Europas“: So macht uns das Staatstheater den Besuch des Festivals Fast Forward schmackhaft, das von Donnerstag bis Sonntag jungen internationalen Regisseuren eine Plattform bietet.

Nachdem die Premiere von Fast Forward im Februar 2011 großen Anklang bei Publikum und Kritik gefunden hatte, war es nur folgerichtig, dass das „Europäische Festival für junge Regie“ dieses Jahr in die zweite Runde geht.
Mit der Auswahl der Beiträge machte es sich Festivalkuratorin Barbara Engelhardt nicht einfach, rund 400 Produktionen sichtete die Freiburgerin im vergangenen Jahr laut eigener Aussage live oder auf DVD. „Die ausgewählten Regisseure stehen nicht unbedingt repräsentativ für das Theater in ihrem Land. Aber ich habe schon versucht, Produktionen zu berücksichtigen, die etwas über ihre eigene Situation erzählen“, gewährt die ausgewiesene Kennerin der europäischen Theaterlandschaft einen kleinen Einblick in die Kriterien ihrer Selektion.
An drei Spielstätten des Staatstheaters – im Großen Haus (Probebühne 1/2), im Kleinen Haus und in Haus Drei – werden insgesamt acht Produktionen aus sechs europäischen Ländern gezeigt. Sofort fällt bei den ausgewählten Beiträgen ihre Verschiedenartigkeit ins Auge. Das israelisch-französische Künstlerduo Winter Family etwa wirft in „Jerusalem, Gegossenes Blei“ mit Hilfe von Bild- und Tondokumenten einen dokumentarischen Blick in das von Widersprüchen zerrissene Israel, während die polnische Regisseurin Marta Górnicka in „Magnificat“ einen vielstimmigen Chor einsetzt, um moderne Frauenbilder zu hinterfragen.
Bei aller Ernsthaftigkeit gefällt Kuratorin Engelhardt der „ehrliche, nicht ironiegepufferte Humor“, der den Produktionen im Wettbewerb innewohne. Generalintendant Joachim Klement betont die Wichtigkeit, jungen Regisseuren eine Bühne zu geben, sich zu präsentieren. Hier sei lange Zeit viel versäumt worden: „Die Generation Zadek und Stein hat nichts dafür getan, dass sie Nachfolger haben könnte. Am Ausbildungsprozess haben sich diese Regisseure nicht beteiligt.“
Der Gewinner des Festivals Fast Forward, der von einer Jury gekürt wird, bekommt die Gelegenheit, im kommenden Jahr im Staatstheater zu inszenieren. Vorjahressieger Jonas Corell Petersen aus Norwegen zeigte Goethes „Werther“ und „Othello“ von Shakespeare in zeitgemäßem Gewand.
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