Anzeige

„Viele Ziele sind schon erreicht“

Betonten das friedliche Miteinander der Kulturen beim gemeinsamen Fastenbrechen (v.l.): Altbundeskanzler Gerhard Schröder, Hayri Aydin, Vorsitzender des Rates der Muslime Braunschweig, und Oberbürgermeister Ulrich Markurth. Foto: Ammerpohl

Rat der Muslime feierte Fastenbrechen – Ehrengast war Ex-Kanzler Gerhard Schröder.

Von Birgit Leute, 11.07.2015.

Braunschweig. Noch bis zum 17. Juli begehen gläubige Muslime den Fastenmonat Ramadan. Dabei ist es schon gute Tradition, dass der Rat der Muslime auch Vertreter aus Politik und Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Kirche zum abendlichen Fastenbrechen einlädt. Ehrengast in diesem Jahr war der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder.

„Wir sind glücklich, in Braunschweig ein anerkannter Teil der Gesellschaft zu sein“, begrüßte Hayri Aydin, Vorsitzender des Rates, die rund 150 geladenen Gäste im Haus der Bruderschaft. Und freute sich mit Blick auf den Bau des rituellen Waschhauses, die Sprachförderung für Migranten und das geplante muslimische Kulturzentrum, dass „viele Ziele schon erreicht worden seien“.
Der Vorsitzende begrüßte ausdrücklich auch den geplanten Staatsvertrag zwischen den muslimischen Verbänden und dem Land Niedersachsen. „Er ist ein Zeichen der Anerkennung und des Respekts“.
Klare Worte fand Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder. Er erinnerte an das Leid von Millionen von Flüchtlingen und kritisierte scharf die Haltung der EU. „Es ist eine Schande“, wetterte Schröder. „Die Politik ist geprägt von Herzlosigkeit und Unverantwortlichkeit.“ Insbesondere müsse man jungen Asylbewerbern die Möglichkeit einer Ausbildung geben. „Im Hinblick auf die Überalterung der Gesellschaft sollte das auch in unserem Interesse liegen“, sagte Schröder, der gleichzeitig vor Angstmachern und Verzerrungen durch Pegida & Co warnte. „Die Anerkennung des Anderen – das ist kultureller Fortschritt.“
Oberbürgermeister Ulrich Markurth gab sich nachdenklich. „Es ist eine verrückte Welt insbesondere im Nahen und Mittleren Osten.“ Der Islamische Staat richte schweren Schaden an – erst jüngst in Sousse. „Wir werden in jeder Hinsicht unsere Partnerstadt unterstützen“, versprach Markurth. Der Oberbürgermeister lobte ausdrücklich das gute Verhältnis zu den Muslimen in Braunschweig. „Nach der Absage des Karnevalsumzugs waren wir alle schockiert. Es war eine schwierige Entscheidung, aber wir haben sie gemeinsam getroffen.“ An die Adresse von Störern jedweder Couleur gewandt, gab sich Markurth unnachgiebig: „Wir werden nicht zulassen, dass die Androhung von Terror das friedliche Miteinander stört.“
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.