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Vertraut und doch so fremd

Von Birte Probst

Braunschweig. Die Jungs von „Silent Radio“ bringen Frauenherzen zum Schmelzen. Nur mit elektrischer Violine und Akustik-Gitarre verwandeln sie jeden Konzert-Saal in ein einziges Lichtermeer. Am 26. April gehen sie wieder an den Start – bei „Pop meets Classic“, die Zweite.

Bis Ende April sind es noch ein paar Wochen. Ein Interview-Termin mit Lars „Louie“ Bottmer und Rainer Tacke zu finden, ist aber gar nicht so einfach. Die Männer sind schwer beschäftigt, sie pendeln zwischen Beruf und Musik, zwischen Pflicht und Leidenschaft hin und her.
Louie arbeitet bei der Konzertagentur Undercover Entertainment als Eventmanager, Rainer Tacke bei VW als Ingenieur. Zwei Jobs, die unterschiedlicher nicht sein könnten – eine Musik, die sie verbindet und über die sie viel erzählen können.
Kurz vorm Interview ereilt Tacke dann aber die Grippe. Macht nichts, Profis führen solche Gespräche eben auch spontan am Telefon. „Dann tun wir einfach so, als säßen wir uns gegenüber, und Sie schreiben: ‚Er streicht mit der Hand durch sein volles Haar’“, scherzt Louie am anderen Ende der Leitung.
Nichts da, hier ist alles echt. Genau wie die Band, die es seit acht Jahren gibt und die den wohlklingenden Namen „Silent Radio“ trägt. In Wolfenbüttel lernen sich die beiden Musiker Mitte der 90er-Jahre kennen, spielen in der Band „Crowd In“ und gründen nach deren Auflösung ihre eigene. „Anfangs haben wir nur bei Kneipenfestivals gespielt – so erfolgreich sollte das gar nicht werden“, witzelt Louie angesichts diverser ausverkaufter Konzerte in den vergangenen Jahren. Geschätzte 250 haben sie absolviert, nie mussten sie eins absagen, nur gestern, weil Tacke ja krank ist.
Wenn dann beide auf der Bühne stehen, mögen sie es minimalistisch. Tacke mit elektrischer Violine, Louie mit Akustik-Gitarre und unverwechselbarer Stimme. In sparsamer akustischer Instrumentierung brechen die beiden bekannte Songs auf das Wesentliche herunter. Madonnas „Power of Goodbye“ zum Beispiel oder Depeche Modes „Enjoy The Silence“.
Nicht „covern“, sondern „interpretieren“ nennt der 33-jährige Louie den „Silent Radio“-Stil. Authentisch und gefühlvoll. Und tatsächlich, Melodie und Text mögen den Originalen entsprechen – aber der Klang verändert sich völlig, geht unter die Haut. „Die elektrische Violine klingt plötzlich wie eine elektrische Gitarre“, sagte der 38-jährige Geiger Tacke einmal über sein Instrument.
Dazu noch Louies samtige Elvis-Stimme, und fertig ist die perfekte Herz-Schmerz-Mischung.
Die Mischung macht’s eben und das nicht nur musikalisch: Tacke bleibt gern im Hintergrund, steht auf Fotos häufig in der zweiten Reihe und unterschlägt auch gern mal seinen Doktor-Titel. Louie liebt die Bühne, geht auf Partys, sächselt den Ölper-Star Texas Meik und singt den Frontman der Blauhaus-Band. „Wir verstehen uns super, aber ich bin eindeutig exhibitionistischer veranlagt“, sagt Louie und lacht.
Bei „Pop meets Classic“ muss er das auch sein, schließlich werden über 4500 Zuschauer in der VW-Halle erwartet. Ihre Songs will Louie nicht verraten, „sonst geht ja die Spannung flöten“.
Spannend wird es, das ist ganz sicher – galt „Silent Radio“ für viele doch bereits im vergangenen Jahr als heimlicher Star des Abends.

Service:
• „Pop meets Classic“ am 26. April um 20 Uhr in der VW-Halle mit Oomph!, Voodoo Lounge, The Twang, F.R., Silent Radio und Rebecca Nelsen
• Tickets für 24 bis 49 Euro (40 Prozent Ermäßigung für Kinder) in der City-Geschäftsstelle der nB, Schild 10, oder unter der Telefonnummer 01805/ 33 11 11 (14 Cent/Minute).
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