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„Überregional mehr Leuchten reinbringen“

Michael P. Aust. Foto: A. Pause

Michael P. Aust neuer Direktor des Filmfests Braunschweig.

Von André Pause, 08.06.2014.

Braunschweig. Ein halbes Jahr etwa war das Filmfest Braunschweig ohne künstlerische Leitung. Vorbei. Jetzt wurde Michael P. Aust im Universum-Kino als neuer Direktor offiziell vorgestellt.

„Auf die Ausschreibung im Januar meldete sich eine Person, die unter allen Bewerbern herausstach, das war Michael P. Aust“, sagte Filmfest-Sprecher Frank Terhorst gleich zu Beginn der Pressekonferenz. Der 49-Jährige ist Geschäftsführer und Produzent einer Agentur für PR und integrierte Kommunikation und leitet seit zehn Jahren das Filmmusikfestival „SoundTrack_Cologne“. Nach dem Abitur und einer Bankausbildung studierte Aust Betriebswirtschaftslehre, Kunstgeschichte, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft sowie Kulturmanagement in Köln und Wien. Darüber hinaus war er verantwortlich für zahlreiche Kulturveranstaltungen, darunter das Medienkunstfestival „DuKunst“, die „StadtKlangNetz“-Konferenz zur Musikvermittlung sowie die Ausstellung „The Art of Pop Video“ im Kölner Museum für Angewandte Kunst. Als (Ko-)Produzent oder Executive Producer ist Aust an bislang 16 Spiel- und Dokumentarfilmen beteiligt, darunter „101 Reykjavik“, „Stolpersteine“, „Parallax Sounds Chicago“ und „Pommes Essen“ beteiligt gewesen.
Für die neue Aufgabe verlegt der Medienmann seinen Lebensmittelpunkt gerade sukzessive nach Braunschweig. Vier Tage der Woche sei er vor Ort, berichtet er, demnächst soll eine kleine Wohnung bezogen werden. Die Suche läuft. Und, was hat der neue Direktor vor? Er stehe vor der schwierigen Aufgabe alles anders machen zu sollen, dabei aber bitte nicht allzu viel zu verändern: „Ich trete in große Fußstapfen, bekomme aber auch einen hohen Vertrauensvorschuss“, befand Aust, der das Filmfest schon lange beobachtet, 2007 sogar schon in der Jury für die Auszeichnung „Der Leo“ saß.
Letztendlich werde das Festival mit ihm eine andere Handschrift tragen. Im Gegensatz zu Vorgänger Volker Kufahl – der nach dreizehn Jahren zur „FilmLand M-V“ nach Schwerin wechselte – sei er kein ausgewiesener Kinomann. Seine persönlichen Interessen kreisten vor allem um die Beziehung von Bewegtbild und Ton. Synergieeffekte mit der „SoundTrack_Cologne“, deren Leiter er bleiben wird, wären denkbar.
Auch die Zusammenarbeit mit den Hochschulen und anderen Kulturinstitutionen in der gesamten Region – explizit erwähnt wurde Wolfsburg – möchte Aust intensivieren. „Wir müssen Angebote, gemeinsame Projekte schaffen, beispielsweise für die Studierenden der HBK. Und es muss so kuratiert werden, dass eine Reibung mit jungen Leuten erzeugt wird“, signalisierte der neue Direktor Gesprächsbereitschaft in verschiedenste Richtungen. „Wir möchten die Zielgruppen in den Nischen jedoch ansprechen, ohne andere Zielgruppen abzuschrecken.“ In diesem Zusammenhang sei es auch wichtig, den Sachverstand von außen nicht zu übergehen.
Auf diese Weise möchte Aust das Filmfest für die nächste Wachstumsstufe fit machen. Das Ziel: Die erste Liga unter den Festivals. Das bedeutet jetzt nicht zwangsläufig Berlin, Hamburg, München oder Oberhausen, aber: „Überregional können wir da noch ein bisschen mehr Leuchten reinbringen.“
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