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Über allem thront die Legende James Brown

Markus Schmidt aka DJ Pari und Marc Fehse (v.l.) freuen sich auf die Präsentation ihrer Dokumentation „Power of Soul“ bei Sound on Screen im Universum. Foto: André Pause

DJ Pari und Marc Fehse präsentieren ihren Film „Power of Soul“ in der Reihe Sound on Screen im Universum – Anschließendes DJ-Set im Riptide.

Von André Pause, 28.08.2013

Braunschweig. „Jetzt waren wir ja auch fast zehn Jahre mit diesem Film beschäftigt“, lacht Regisseur Marc Fehse mit einem Pusten, aus dem man eine gehörige Portion Erleichterung geradezu herauszuhören scheint.

„Power of Soul“ heißt das Werk. Vor Kurzem war Premiere im Münchener Viehhof, am morgigen Donnerstag (19 Uhr) ist der Achtzigminüter in der Reihe Sound on Screen im Universum zu sehen.
Zusammen mit Bruder Carsten Fehse und DJ Pari hat er Größen des Funk und Soul begleitet und die zum Teil intimen Gespräche zu einer unterhaltsamen wie lehrreichen Geschichte zusammengefügt. Der Untertitel „One man changed the world of music“ deutet an, wem die Hauptrolle des Streifens gebührt: Mister James Brown. Den 2006 verstorbenen Geburtshelfer des Genres trafen die Filmemacher am Rande eines Auftritts in einem Antwerpener Hotel. „Das hätte auch nach hinten losgehen können. Es besteht ja immer die Möglichkeit, dass jemand ein Interview abbricht“, deutet Pari an. Klappte aber alles wunderbar. Überraschend locker und persönlich plaudert der Jahrhundertmusiker – seine letzte Frau Tomi Rae am Piano neben ihm sitzend – über die Welt des Funk und Soul, und wie er sie mit Mozarts und Bachs Hilfe mitgestaltet hat, diese Musik, die ihn zum Millionär gemacht hat, und die dabei half, Rassenhass zu überwinden.
Der Kontakt kam durch Pari zustande. Der 38-Jährige kommt ursprünglich aus Braunschweig und heißt bürgerlich Markus Schmidt (Sohn von Eintracht-Legende Walter Schmidt). Kurz bevor es ihn 1994 das erste Mal zum Studieren in die Staaten verschlug, war er über Acidjazz zum Soul gekommen, hatte seinen ersten Gig im Braunschweiger Groove Club. „In den USA habe ich in Los Angeles gewohnt. Irgendwann habe ich dann für James Brown bei Shows aufgelegt“, berichtet der DJ, der nach seinem Studium zunächst nach Braunschweig zurückkehrte und 2004 parallel zu seiner Tätigkeit als Journalist im Hannoverschen PaloPalo die Reihe Soulpower startete.
„Wir hatten auch eine Backing Band gegründet, die Soulpower Allstars, die mit Gaststars aus dem Umfeld von James Brown besetzt war. Damit sind wir dann auch getourt. Zunächst in Europa, später weltweit“, erinnert sich der DJ. 300 Shows in 30 Ländern auf fünf Kontinenten sind daraus geworden. Seit sechs Jahren wohnt Pari in Richmond/Virginia, und führt die Soulpowerreihe dort sowie im etwas mehr als 100 Meilen entfernten Washington DC fort.
Das Interview mit der SoulLegende sieht er rückblickend als moralische Unterstützung der DJ-Reihe. Und auch den Film „Power of Soul“ hätte es in der Form sicherlich auch in den nächsten zehn Jahren nicht gegeben. „Das Gute an der Dokumentation ist, dass sie genügend allgemein bleibt, sodass auch Leute, die bislang nicht viel mit Funk und Soul zu tun hatten, etwas mitnehmen, zugleich aber auch für Fans durch die Nähe zu den Künstlern interessant ist.“
Angereichert ist das filmische Konglomerat, für das die Filmemacher um den ganzen Globus gereist sind, mit Trickfilmsequenzen sowie erlesenen Konzertschnipseln. Neben James Brown, der über allem thront, kommen Größen wie Bobby Byrd, Clyde Stubblefield, der Erfinder des Funky-Drum, die Disco-Pioniere Gwen und George McCrae, Bands wie die Hip Hopper Pharcyde oder die japanische Funkband Osaka Monaurail zu Wort. Dabei erfährt der Betrachter durchaus Erstaunliches, so beschreiben Brown-Begleiterinnen wie Martha High oder Marva Whitney den Übervater des Soul als eine Art „straighten“ General.
Insgesamt präsentiert die Dokumentation den Soul allerdings als Musik des Herzens, die Menschen vereint, als alte Musik mit weltweit nachwachsendem Netzwerk, was beweist: Das Genre lebt. Nicht zuletzt auch durch das Sampling. „Das wäre ohne James Brown in der Tat eine trostlose Sache“, meint Marc Fehse amüsiert. Er muss es wissen, schließlich war er mit Bands wie Phase V oder dem G-Funk Kiosk in den 90ern selbst im Bereich Hip-Hop aktiv.
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