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Trummeln dröhnen übern Markt

Auf dem Burgplatz herrscht auch heute tiefstes Mittelalter – Festival der Ritter, Krämer, Gaukler

Von Martina Jurk

Braunschweig. „Seid gegrüßet“, heißt der Büttel Molianri die holden Weiblein, Mannsbilder und Kindlein zum historischen Spectaculum auf dem Burgplatz willkommen. Es ist mittelalterlicher Markt anno 2008.

Es zuckt in den Beinen des gemeinen Volkes. Denn „Fabula“ spielt auf mit Sackpfeyffen und Donnertrummel. Die Weiberherzen fliegen den gut gebauten Kerlen in kurzen Ledershorts zu. So hat es sich gestern zugetragen wie zu Zeiten Heinrichs des Löwen.
Wer zum Veranstalterteam von „Kramer, Zunft und Kurtzweyl“ gehört oder zur Besucherschar, war nicht immer auszumachen. Kostümiert in historischen Gewändern oder Lederwams mischten sich die zahlenden Gäste unter die Ritter, Gaukler und Krämer. Handel wird übrigens äußerst rege getrieben, und so werden den Marktbesuchern die Münzen aus den Taschen gelockt. Verhungern und verdursten muss niemand. Es ist reichlich aufgefahren. Uwe holt das auf Holz gebackene Brot aus dem Ofen. „Nach eigenem alten Rezept, mit Koriander gewürzt“, macht der Bäcker Appetit auf den frischen Laib. Dem Volk tropft der Zahn. Es riecht lecker nach Gebratenem. Räuberfackeln gibt es beim Garbräter Arne. Auch allerley Sueß-Speis wird feilgeboten. Honig und Wein fließen zwar nicht in Strömen, aber zusammen zum Met. Das Gesöff gibt‘s kalt und heiß. Was die Zunftmeister werkeln, ob Schmied, Perlenfrau oder Steinmetz, schien die Besucher gestern nicht so sehr zu begeistern wie die mittelalterlichen „Spiele“, so zum Beispiel der Schwertkampf oder das Kinderturnier.
Etwas enttäuschend ist das erstmals in Braunschweig beim Mittelalterlichen Markt aufgebaute Ritterlager. Ritter sind gar wenige zu sehen, ihre kuschelig mit Teppichen und Fellen ausgestatteten Zelte verwaist. Da schauten die Leut‘ doch lieber zu, wie die Kindlein auf dem Holzpferd um Trophäen kämpften. „Seid Ihr bereit, junge Meid?“, fragte Dominique. Die neunjährige Sofia sammelte mit dem Schwert die Strohringe alle ein. „Jubel, Handgeklapper“, schrie Dominique ins Publikum. Das war aber auch so schon restlos begeistert.
Der Mittelalterliche Markt geht heute von 11 bis 19 Uhr weiter. Erhoben wird ein Wegezoll von vier Euro, Kinder unterhalb der Braunschweiger Elle haben freien Eintritt.
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