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Tropische Hitze unter der Kuppel

Kari Bremnes und ihre vierköpfige Band erhielten stehende Ovationen. Fotos: André Pause

Die norwegische Songwriterin Kari Bremners eröffnete am Donnerstagabend Kultur im Zelt.

Von André Pause, 27.08.2016.

Braunschweig. „Das Festival Kultur im Zelt ist erwachsen geworden – 18 Jahre“, sagte Beate Wiedemann, künstlerische Leiterin und Initiatorin, zum Auftakt der beliebten Veranstaltungsreihe im Bürgerpark sichtlich gerührt.

Gleich der erste Dank galt ihrem Team, dann ging es weiter mit dem Resümee zur Volljährigkeit: „Wir schrammen derzeit an der 40 000-Besucher-Marke. Wenn mich damals wer gefragt hat, was ich mir für Kultur im Zelt wünsche, habe ich genau das gesagt, was ich heute noch sage: Vielen Menschen Spaß machen.“
Insgesamt 43 Künstler und Gruppen treten in diesem Jahr bis zum 25. September auf, hinzu kommen noch mehr als 15 regionale Bands, die für die Newcomer- und Regiobühne im Biergarten rund um das Kulturzelt bei freiem Eintritt eingeplant sind.

Gemessen an der allgemeinen Popularität sind Künstler wie Nigel Kennedy, Vicky Leandros – die an diesem Sonntag auftritt –, Götz Alsmann und Bands wie Element of Crime oder Glasperlenspiel sicher die Höhepunkte. Zugute halten muss man Kultur im Zelt darüber hinaus, dass das Festival den in Braunschweig ansonsten schwer vernachlässigten „Mittelbau“ stützt. Acts wie Sophie Hunger, Rocko Schamoni oder auch Boy sieht der Braunschweiger nun seit Jahren, mit wenigen Ausnahmen, quasi nur im Bürgerpark.

Dass die norwegische Songwriterin Kari Bremnes den Konzertreigen planmäßig eröffnen konnte, war aufgrund der tagsüber vorherrschenden tropischen Hitze unter der Kuppel des großen Zirkuszeltes das Verdienst der Feuerwehr Braunschweig. Die Brandschützer senkten die Temperatur innerhalb einer Stunde auf – immer noch kuschelige – 34 Grad. Ob der minimale körperliche Aktionsradius von Bremnes und ihrer vierköpfigen Band (Keyboard, Gitarre, Bass, Schlagzeug) den klimatischen Bedingungen geschuldet war, ist nicht überliefert. Die gut 90 Konzertminuten verbrachten die solistisch starken, perfekt harmonierenden Musiker jedenfalls eher statisch. Wer Geschmack am etwas zu glatt gebügelten Pop-Geschehen der 80er Jahre – samt ihrer stilästhetischen Untiefen – fand, kam an diesem Abend mit Sicherheit auf seine Kosten. Das Publikum beim Kultur-im-Zelt-Eröffnungsabend bedachte die Akteure auf der Bühne einige Male mit Szenenapplaus und verabschiedete sie nach zwei Zugaben mit stehenden Ovationen.
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