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Traum vom Operndorf in Afrika

Staatstheater und Künstlerklasse Schlingensief der HBK laden zum großen Theaterfest ein.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 17.08.2011.

Braunschweig. Ein Abend für Christoph Schlingensiefs Traum vom Operndorf in Afrika: In einem unscheinbaren Baucontainer vor dem Staatstheater können sich die Menschen ein Bild von dem machen, was für den 4. September im Großen Haus geplant ist.

„Das ist als Einladung gedacht, als Anregung, als Lockmittel“, sagt Chefdramaturg Axel Preuß, der gemeinsam mit Franziska Pesters, die bei Christoph Schlingensief an der Hochschule für Bildende Künste (HBK) studiert hat, das Projekt auf die Bühne oder besser in das gesamte Große Haus bringt.
Ein Jahr nach dem Tod Christoph Schlingensiefs verwandelt sich am 4. September (Sonntag) ab 16 Uhr das komplette Große Haus in eine Bühne für Filme, Theater, Livemusik, Performances, Kunstauktionen und Kunstobjekte. Organisiert von der Künstlerklasse Schlingensief an der HBK in Kooperation mit dem Staatstheater. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten – um Geld für das Operndorf in Burkina Faso.
Dieser Traum des Christoph Schlingensief wird in dem Container vor dem Theater schnell lebendig. Zwei Dokumentationen laufen dort ab sofort den ganzen Tag. Die Filme zeigen Christoph Schlingensief in Burkina Faso, zeigen erste Baupläne nach afrikanischen Mustern, zeigen warme und gastfreundliche Menschen, die die Fremden aus Europa ganz offensichtlich herzlich willkommen heißen.
Schlingensief selber erklärt in den Filmen seine Utopie und das Projekt. Es gehe ihm nicht darum, Opern und Symphonien aufzuführen, sondern das Operndorf soll wie ein wachsender Organismus sein: Mit einer Schule, einer Krankenstation, Musterhäusern und schließlich auch einer Bühne in der Mitte. Und hier soll es Film-, Musik- und Theaterklassen geben. Der afrikanische Architekt und langjährige Schlingensieffreund Kéré verantwortet die Bauleitung und arbeitet jetzt mit der Witwe Schlingensiefs, Aino Laberenz, eng zusammen. Sie führt die Idee ihres verstorbenen Mannes weiter, unterstützt von bekannten Zeitgenossen wie Herbert Grönemeyer, Roland Emmerich oder Henning Mankell.
Auch aus Braunschweig, wo Christoph Schlingensief zwei Jahre Professor an der HBK war, kommt jetzt Unterstützung: Axel Preuß und Franziska Pesters haben ein anspruchsvolles Programm entwickelt, eine regelrechte Kunstparty ist für den 4. September geplant.
Da wird es Akrobatik geben und eine Zaubershow, American Cookies for Afrika, ein Theatergastspiel aus Burkina Faso, „Mars“ aus der aktuellen Spielzeit mit Hanno Koffler, Musik von „Kandy“ aus Burkina Faso, „Tristan und Isolde“ am Klavier von Operndirektor Jens Neundorff von Enzberg, Performance-Projekte, begehbare Videoinstallationen und und und. Das Programm ist ähnlich bunt und überbordend wie die Arbeiten von Schlingensief selbst. Mittelpunkt des Abends sind Vorträge und Gespräche mit Weggefährten, Freunden, Fachleuten. Ein Flyer mit dem genauen Programm liegt auch in dem Container aus.
Intendant Joachim Klement und sein Chefdramaturg Axel Preuß stehen hinter dem Projekt. „Ja, es ist eine Utopie“, sagt Klement, „aber es ist auch eine Riesenchance.“ Und es gebe auch erste Erfolgsmeldungen. „Die Schule im Operndorf in Burkina Faso wird jetzt im Herbst eingeweiht“, sagt Preuß.
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