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Thorsten Stelzner liest zugunsten des Frauenhauses

Förderverein Frauenhaus lädt zur Lesung am Sonntag ein – Kinder liegen Verein am Herzen.

Von Martina Jurk, 11.04.2012.

Braunschweig. Eben noch beim Braunschweiger Satirefest, jetzt zu Gast beim Förderverein Frauenhaus Braunschweig. Kolumnist, Poet und Satiriker Thorsten Stelzner liest seine „Tagesthemen“ – ohne Gage, zugunsten des Frauenhauses.

Etwas mehr machen als den Frauen einen Zufluchtsort zu geben, will der 2006 gegründete Förderverein. Träger des Frauenhauses ist die Awo, „der Förderverein ist das Tüpfelchen auf dem i“, beschreibt es die Vorsitzende Gabriele Hübner treffend. „Wir wollen den Kindern der Frauen etwas Gutes tun“, sagt sie und erzählt von den leuchtenden Augen der Kinder, als sie Weihnachtsgeschenke bekamen. „Diese Blicke vergisst man nicht. Es ist traurig, herzzerreißend, aber gleichzeitig schön, dass wir das ermöglichen können“, meint Gabriele Hübner.
Mit einem Bücherflohmarkt fing der Förderverein damals an, Geld für zusätzliche Dinge, die das Leben der Frauen erträglicher und angenehmer machen, einzunehmen. Hinzu kam im vergangenen Jahr erstmals ein Sommerfest, und nun die Lesung mit Thorsten Stelzner – ebenfalls eine Premiere. „Es sind manchmal die ganz einfachen Dinge wie Spielzeug, ein Klettergerüst oder Blumenkübel auf dem Hof, die eine große Freude auslösen.“ Gabriele Hübner liegen die Kinder am Herzen.

Zufluchtsort auf Zeit

Durchschnittlich zehn bis 15 Kinder leben mit ihren Müttern im Frauenhaus auf Zeit, das heißt zwischen ein paar Tagen und zwei bis drei Monaten. „Die Frauen, die Gewalt in den eigenen vier Wänden erfahren haben, sind äußerst ängstlich und zurückhaltend. Sie müssen mit einer neuen Situation fertig werden, Behördengänge erledigen, ihre Kinder möglicherweise woanders in den Kindergarten oder in die Schule schicken. Ich bewundere die Mitarbeiterinnen des Frauenhauses, wie sie sich für die Bewohnerinnen und deren Kinder einsetzen.“

Mehr Unterstützung

Gabriele Hübner hat viele Ideen. „Ich komme aus der Sozialpolitik“, sagt sie. Die 67-Jährige war 20 Jahre lang SPD-Ratsfrau, zehn Jahre lang davon Vorsitzende des Sozialausschusses, zehn Jahre lang Bürgermeisterin des Stadtbezirks Stöckheim-Leiferde. Auch heute noch, nachdem sie ihre politischen Ämter abgegeben hat, ist sie in verschiedenen Gremien ehrenamtlich tätig. „Ich mache alles gern“, meint sie. Der Förderverein könne jede ideelle und praktische Unterstützung für das Frauenhaus gebrauchen.

Bissige Satire

Die Lesung mit Thorsten Stelzner findet am Sonntag (15. April) von 10.30 bis 13 Uhr in der Awo-Begegnungsstätte, Frankfurter Straße 18, statt. Der Eintritt kostet acht Euro, für Arbeitslose, Studenten und Schüler fünf Euro. Stelzner unterhält sein Publikum nicht unbedingt auf die sanfte Art. Sein Humor ist schwarz, seine Satire bissig. Ein, zwei Sätze über seine Kindheit in der Weststadt sagen genug: „…dann Umzug nach Braunschweig/Weststadt. Ganz heftiger Kulturschock für einen Siebenjährigen. Auf die Fresse gab´s. Am ersten, am zweiten, am dritten Tag, – ich war der Neue und Neue sind doof und Opfer. Klassenwechsel, super! Jetzt war ich nicht mehr nur der doofe Neue, sondern auch die Petze und der Feigling…“ Ein netter Vormittag bei Kaffee oder einem Glas Prosecco sei also garantiert, verspricht Gabriele Hübner.
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