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Theater-Outlet: Alles muss raus

Drei Theatergruppen haben experimentiert und zeigen vom 6. bis 8. Juni die Ergebnisse

Von Daniel Beutler

Braunschweig. So etwas hat es bisher in Braunschweig noch nicht gegeben: Die drei Theatergruppen „mehrsicht“, „blackhole-factory“ und das „Theater im Glashaus“ arbeiteten und experimentierten zwei Wochen lang zusammen. Die Ergebnisse werden vom 6. bis zum 8. Juni in einem ehemaligen Supermarkt präsentiert.

Etwas versteckt, im Schatten der Hochhäuser der Kurt-Schumacher-Straße, liegt die halb verlassene Einkaufspassage „Atirum-Center“. Mitten drin im grauen Waschbeton das temporäre Schauspielhaus der Theater-Kooperation: ein leerstehender Supermarkt. „Wir haben bewusst nach solch exotischen Orten gesucht, die wir befristet für unsere Zwecke nutzen können. Und unter der Überschrift ‚Theater-Outlet‘ für die Aktion, bietet sich ein ehemaliger Supermarkt förmlich an“, sagt die Regisseurin Elke Utermöhlen, die mit dem „Theater im Glashaus“ der Lebenshilfe Braunschweig arbeitet und auch Mitglied der „blackhole-factory“ ist. Und was in Zusammenarbeit mit ihrem Kollegen Martin Slawig und Christian Weiß von der Theatergruppe „mehrsicht“ entstanden ist, klingt sehr vielversprechend:
„Der Abend ist in drei Teile gegliedert. Dabei werden aber keine fertigen Stücke gezeigt, sondern Einblicke in den aktuellen Stand neuer Produktionen gewährt. Zu Anfang zeigen wir von ‚mehrsicht‘ Facetten unseres neuen Stücks ‚Jeanne d‘Arc‘.
Dabei geht es zunächst darum, wie die Figur der Jeanne d‘Arc gezeichnet wird. Im zweiten Teil zeigen Schauspieler vom ‚Theater im Glashaus‘ Ausschnitte aus ihrem neuen Stück. Das ist angelehnt an Shakespeares ‚Der Sturm‘ und eine Fortsetzung von vergangenem Jahr, in dem sie ‚Von Sinnen: Teil eins‘ gespielt haben. Zum Schluss werden alle drei Gruppen gemeinsam ein improvisiertes Stück zeigen“, erklärt Weiß. Der Fokus liegt dabei auf einer audio-visuellen Ausrichtung und das klassische Schauspiel rückt im Zuge des experimentellen Charakters etwas in den Hintergrund.
Dabei ist der Zuschauer immer mittendrin. Und das ist wörtlich zu nehmen. Die Besucher sitzen förmlich mitten in der Bühne, die mehrmals am Abend ihre Positionen ändert. Nach den Auftritten ist Zeit für einen Austausch, während die Ambulante Betreuung der Lebenshilfe für das leibliche Wohl sorgt. Dass es sich bei den Schauspielern des „Theaters im Glashaus“ um geistig behinderte Akteure handelt, stellte sich nicht als Problem heraus. „Wir als Verantwortliche von der Gruppe haben schon hohe Anforderungen an unsere Schauspieler. Das ist keine Therapieform, sondern die, die mitmachen, tun dies auch voller Begeisterung“, erklärt Utermöhlen. So fand die Zusammenarbeit auf einem hohen Niveau statt und die Ergebnisse sind mit nichten ein Laienschauspiel.
Jeweils um 19 Uhr finden die Aufführungen vom 6. bis 8. Juni im ehemaligen Supermarkt im Atirum-Center an der Kurt-Schumacher Straße statt. Karten kosten im Vorverkauf, einen typischen Outlet-Preis von 3,99 Euro und können unter 3 56 47 13 vorbestellt werden.
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