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Steife Etikette? Hier sicher nicht!

Staatstheater lädt ab 4. Juni zum Festival Theaterformen ein – Besucher können mitwirken

Von Birte Probst

Normalerweise ist es Stefan Schmidtke schnuppe, wie Theaterbesucher sich kleiden. Nicht so bei den Theaterformen vom 4. bis 15. Juni: Da besteht der Festival-Leiter auf bequeme Kleidung – zumindest bei den meisten der Veranstaltungen in der ganzen Stadt.

Die hochhackigen Schuhe und der enge Anzug bleiben dann wohl besser im Schrank. Mitmachen und mitspielen heißt es zum Beispiel ab 6. Juni bei der Europa-Premiere des Pantomime-Stücks „Bonbons, Bestien und Lieblinge“ in der Wichmann-Halle. Dort baut das kanadische Konfetti-Theater eine Riesentorte auf, in der Eltern und Kinder ab 4 Jahren auf spannende Entdeckungsreise gehen können.
Ebenso rustikal geht bei „La Baraque – Cantine musicale“ ab 4. Juni zu. Auf dem Platz vor dem Rathaus lädt das französische Theater Dromesko in eine Baracke ein. Ja, genau, in jenes zerlegbare Haus aus Holz, das nicht gerade an einen pompösen Theatersaal erinnert. Doch aufregend wird es allemal, denn während der Tisch mit Suppentellern, Gläsern und Brot gedeckt und die Speisen zubereitet werden, entspinnt sich ein Spiel, über das Festival-Leiter Schmidtke vorab nichts verraten will. Nur soviel: „Das Publikum bestimmt selbst, was passiert und wie lang der Abend wird.“
Klingt spannend und ein wenig verrückt. So mag es vielen auch vorgekommen sein, als Schmidtke vor wenigen Monaten 500 Braunschweiger für sein Theaterprojekt „Die Perser“ von Aischylos suchte. Er hatte Glück, seine Mannschaft ist komplett, probt fleißig und tritt ebenfalls ab dem 6. Juni im Großen Haus auf. „Die Neugierde der Zuschauer ist groß, es gibt fast keine Karten mehr“, sagt der 39-Jährige.
Die Resonanz bei den Braunschweigern für das Festival sei allgemein gewaltig – wohl auch, weil die Theaterformen nach langem Hin und Her endlich zurück in ihre Entstehungsstadt kehren. Nach der Wiederbelebung 2007 in Hannover stehen dieses Jahr mehr als 70 Veranstaltungen auf dem Programm. Schmidtke verspricht „keine elitäre Veranstaltung, sondern viele Geschichten, die von der Vielfalt des Lebens erzählen.“ Er will den Menschen mehr als normales Theater bieten und vor allem junge Menschen dafür begeistern.
Nach den Theaterformen wird allerdings vorerst Schluss damit sein: Dann wechselt der studierte Regisseur aus dem sächsischen Döbeln zur Kulturhauptstadt Europas 2011 nach Tallinn. Die Festival-Leitung übernimmt Anja Dirks.
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