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Ständchen für den Pianisten

Sopranistin Montserrat Caballé im ausverkauften Großen Haus des Staatstheaters.

Von Martina Jurk, 23.02.2011

Braunschweig. Die Erwartung des Publikums war hoch. Montserrat Caballé, die große Operndiva, gab sich im ausverkauften Großen Haus des Staatstheaters die Ehre. Anfangs verhalten, machten die Zuhörer am Ende ihren Frieden mit ihr.

Als Pianist Manuel Burgueras die spanische Sopranistin mit der unverwechselbaren Frisur stützend auf die Bühne begleitet, ist das Publikum etwas schockiert. Wie alt ist sie eigentlich, raunt es durch die Reihen. Wenn sie 1965 den internationalen Durchbruch mit der Titelpartie in Donizettis „Lucrezia Borgia“ schaffte, dann müsste sie jetzt … Es wird gerechnet. Jemand weiß es, Montserrat Caballé ist 77 Jahre alt. Verwunderung weicht Bewunderung. Trotzdem, der Applaus nach Stücken von Alessandro Scarlatti, Gaetano Donizetti, Charles Gounod und Jules Massenet bleibt verhalten. Etwas steif wirkt die Vorstellung, ohne ein Wort an die Zuhörer, die zum Teil von weiterher gekommen sind, aus Magdeburg und Goslar zum Beispiel. Caballés Stimme ist an manchen Stellen etwas zittrig. Sie stützt sich auf den Flügel, hat Mühe mit der Luft. Die Pause kommt rechtzeitig.
Das schwarze lange Kleid mit den goldenen Ärmeln hat sie abgelegt und kommt in roter, mit schwarzen Blumen besetzten Robe. Leichter, eingehender interpretiert sie Richard Strauss‘ Lieder wie „Traum durch die Dämmerung“, „Ich trage eine Minne“ oder „Allerseelen“. Ihre Stimme ist nun klar und einzigartig. Sie zieht die Zuhörer in ihren Bann. Das Publikum weiß, Caballés Repertoire ist enorm. Sie ist an allen Opernhäusern der Welt zu Hause, beherrscht 90 Bühnenrollen, produzierte mehr als 80 CDs. Vielen Menschen ist Montserrat Caballés Duett „Barcelona“ mit dem verstorbenen Queen-Sänger Freddie Mercury in Erinnerung, auch denen, die mit Opern eher wenig anfangen können.
Nach 85 Minuten und einem spektakulären Blumenstrauß plaudert sie mit ihren Anhängern – auf Deutsch. „Verstehen Sie mich?“, fragt sie in den Saal. Die Diva will mit dem Publikum ein Geburtstagsständchen für ihren Pianisten und Begleiter Manuel Burgueras singen. Eine Torte wird auf die Bühne gebracht. Nichts für sie, winkt sie ab, kann es aber nicht lassen, bei der Zugabe ab und zu davon zu naschen. Dem Publikum gefällt das. Stehende Ovationen.
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