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Sprödes Berlin, wildes New York

Literaturfestival „Seitenweise“: 21 Autoren stellen zwischen dem 18. April und 5. Mai Werke vor

Von Birgit Leute

Braunschweig. Krimi, Satire und Jazz aus New York: Zum achten Mal präsentiert das Literaturfestival „Seitenweise“ Vergnügliches und Bissiges von bekannten Kabarettisten und prämierten Nachwuchsautoren auf dem Platz an der Martinikirche.

Eine Hommage an Berlin macht der Liedermacher und ehemalige DDR-Regimekritiker Wolf Biermann. Die Gedichte über seine Wahlheimat an der Spree sind wie Biermann selbst – mal elegisch, mal spöttisch, mal zärtlich und radikal. Vorstellen wird er seinen Band „Berlin, Du deutsche deutsche Frau“ am 18. April um 20 Uhr.
Wunderbar komisch, ja manchmal grotesk beschreibt Oliver Uschmann dagegen das Leben in einer Männer-WG. Unter dem Titel „Hartmut und ich“ hat der 32-jährige Autor aus Wesel inzwischen eine ganze Serie geschaffen, in denen der Ich-Erzähler von seinen Abenteuern mit seinem Mitbewohner Hartmut erzählt. Mit „Murp“ stellt er am
19. April, um 20 Uhr, den vierten Roman der Reihe vor.
Wer immer schon einmal wissen wollte, wie es hinter den Kulissen der Musik-, Theater- oder Filmszene aussieht, sollte sich den 22. April vormerken. Dann entlarvt Werner Schneyder, bekannter Kabarettist und einst kongenialer Partner von Dieter Hildebrandt, mit seinem Buch „Die Socken des Kritikers“ scharfzüngig die Menschen, die sich der Kunst verschrieben haben: Chansonetten und Zauberer, Drehbuchautoren und Pianisten, Architekten und Tanzlehrer.
Der 1. Mai steht schließlich – wie in den Jahren zuvor – ganz unter dem Vorzeichen „Literatur und Musik“. Zusammen mit dem „Just Jazz Trio“ entwickelt Robert Nippoldt um 19 Uhr die Konzert-Lesung „Jazz im New York der wilden Zwanziger“. Dank der Interpretation von Eva Lotta Stein (Gesang), Christian Manchen (Klavier) und Christoph Kopp (Kontrabass) werden die quirligen Szenen und besinnlichen Momente der Geschichten lebendig.
Im zweiten Teil des Abends lädt Andreas Döring, NDR-Redakteur und Stammgast beim Literaturfestival, ab 21.30 Uhr dann zu einem Streifzug durch die schönsten Abend-, Wald- und Sterngedichte von Goethe bis Stevenson ein. Begleitet wird er vom Chor der TU Braunschweig, der berühmte Vertonungen von Brahms, Fanny Hensel und Mendelssohn-Batholdy beisteuert.
„Wir sind froh, dass das Literaturfestival doch noch stattfinden kann“, räumt Beate Wiedemann vom veranstaltenden Verein Kulturzelt ein. Durch den Absprung eines Sponsors musste das Festival im historischen Spiegelzelt um fünf Tage gekürzt werden. „Die gesamte Organisation ging höchst kurzfristig über die Bühne, und auch die Zusage einiger Autoren erfolgte buchstäblich in letzter Minute“, so Wiedemann.
Karten zum Literaturfestival gibt es ab sofort unter der Telefonnummer 280 18 18. Das vollständige Programm steht im Internet unter www.festival-seitenweise.de.
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