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Sparkurs, Einschnitte und neue Hoffnung

Hochschulentwicklungsplan gibt endlich ein Ziel vor – Präsidium der HBK arbeitet hart für den Neubeginn.

Von Marion Korth, 23. Juli 2014.

Braunschweig. Der Chefsessel des Präsidenten ist unbesetzt, Vizepräsident Nikolas Lange nimmt seine Geschäfte wahr. Hinter und neben ihm steht ein Präsidium, das den Scherbenhaufen aus Überschuldung und fehlenden Konzepten nicht nur zusammenfegen will. „Wir wollen die Hochschule wieder zukunftsfähig machen“, sagt Lange. Der Leitfaden dorthin ist der Hochschulentwicklungsplan 2020, der im Mai vom Hochschulsenat nach zähem Ringen beschlossen worden ist.

Klare Strukturen und Verantwortlichkeiten, geordnete Finanzen und definierte Zielsetzungen sind die Meilensteine auf dem Weg aus der Krise. Der Schuldenberg von rund 1,5 Millionen Euro konnte schon auf 1,1 Millionen abgebaut werden (Jahresabschluss 2013). „Heute wären wir schon bei unter einer Million“, meint Lange. Nicht in der Lehre, sondern nur in der Verwaltung wird gespart. Befristete Stellen wurden nicht neu besetzt, es wurde gestrafft und komplett neu geordnet.
„Wir hatten es mit einer Unterauslastung in verschiedenen Studiengängen zu tun, und die Studiengänge waren nicht aufeinander abgestimmt“, sagt Professor Dr. Annette Tietenberg, Vizepräsidentin Lehre, Studium und Professionalisierung. Eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Kunst und Design in vorgegebenen Projektmodulen, dazu im digitalen Zeitalter eine zeitgemäße Ausrichtung, Neuordnung und Straffung von vier auf drei Designstudiengänge und die erforderliche Personalausstattung fürs Lehramtsstudium schärfen nun das Profil. Gerade das Nebeneinander von Design und Freier Kunst gäbe es sonst nur noch in Kassel, eine Stärke, die zu wenig nach außen getragen worden ist. Wie so manches andere auch. Der Rückzug aus dem Raumlabor in der Hamburger Straße signalisierte zuletzt etwas anderes, aber die Öffnung ist Programm: „Wir sind kein solitärer Satellit“, betont Professor Wolfgang Ellenrieder, Vizepräsident Internationales. Er knüpft Kontakte in die Welt und die Region. Gespräche mit der Stadt und eine Kooperation mit dem Herzog-Anton-Ulrich-Museum sind Zeichen für eine neue Politik des Machbaren und der Verlässlichkeit. Eine gegenseitige Wertschätzung von Stadt und Hochschule wünscht sich Ellenrieder. Wenn die HBK mittelfristig ihre Außenstandorte, wie das Artmax, aufgeben und alle Studenten am Campus zusammenführen möchte, dann ist das keine Abkehr, sondern die Voraussetzung für mehr Zusammenarbeit zwischen den Studienfächern. Lange: „Wenn die Grabenkämpfe nicht aufhören, wird es die HBK bald nicht mehr geben.“
Seitdem der Hochschulentwicklungsplan beschlossen ist, wisse die Hochschule, wohin sie will. Und der Präsidentensessel soll zum nächsten Sommersemester auch wieder besetzt sein. „Eine Stellenbeschreibung können wir jetzt auch geben“.
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