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Soziologie und Psychologie

„Monster“ im Jungen Staatstheater. Foto: Volker Beinhorn

Zum Saisonstart zeigt das Staatstheater die Stücke „Monster“ und „Unter drei“.

Von André Pause, 18.09.2013

Braunschweig. Studiert hier jemand Soziologie, Sozialpädagogik oder Psychologie? Sollte dies der Fall sein, bietet das Staatstheater mit dem Spielzeitauftakt gleich zwei Stücke, die es unter Umständen auch aus fachlicher Sicht rechtfertigen, in Augenschein genommen zu werden.

Im Haus Drei zeigt das Junge Staatstheater David Greigs „Monster“ in der Inszenierung von Ulrike Hatzer. In der Hausbar ist „Unter drei“, eine Koproduktion von Mareike Mikat mit dem Berliner Ballhaus Ost zur NSU-Thematik zu sehen.
Rasant geht es in der Schrank-auf-Schrank-zu-Komödie „Monster“ zur Sache. Vier Schauspieler, vier Mikrofone, eine Geschichte: Die Geschichte von Duck Macatarsney. Duck ist 16 Jahre alt, ein vollkommen normales junges Mädchen. So normal ein Mädchen eben sein kann, wenn es die Mutter durch einen Motorradunfall verliert, und der Vater, ein Ex-Biker, an Multiple Sklerose erkrankt ist, am liebsten Fertigpizza verspeist, versucht durch Joints seine Krankheit zu bändigen und nächtens im Chatroom abhängt. Als sich Besuch vom Jugendamt ankündigt, hat Duck alle Hände voll zu tun: Pizzakartons wegräumen, den Haushalt managen und ihren kranken Vater gut präsentieren. Erzählt wird eine einfühlsame Geschichte über ein mutiges Mädchen, das sich trotz aller Probleme dem Leben mit großer Lust stellt.
In „Unter drei“ reflektieren sich die Mitglieder der NSU-Terrorzelle auf dem Sofa oder am Küchentisch. Es geht um die Wahrheitssuche im Alltagsgeschehen. Der von Olivia Wenzel verfasste Text des Stückes vermengt Fiktion mit Pressemeldungen, mit Tatsachenberichten, mit Spekulationen. Ist der gemeine Terrorist am Ende auch nur ein Mensch? Wohl eine von vielen möglichen (aufbereiteten) Wahrheiten.
Weitere Termine für „Unter drei“ sind am heutigen Mittwoch sowie am 29. September, 8. und 20. Oktober. „Monster“ läuft wieder am 19. und 20. September sowie am 30. und 31. Oktober. Infos unter www.staatstheater-braunschweig.de .
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