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So sehr dabei mit Clueso

Clueso holte sein Publikum ab. Foto: Ammerpohl

Der Erfurter Sänger gastierte vor 4500 Fans in der Volkswagen Halle.

Von Falk-Martin Drescher, 29.11.2014.

Braunschweig. „Braunschweig, lass uns ein bisschen eingrooven“, stimmte Thomas Hübner alias Clueso schon zu Beginn an. Er nahm die tausenden Gäste in der Volkswagen Halle auf eine Reise mit in seine innere musikalische Welt.

„Weit weg – out of space“, sang der Erfurter schon vor einigen Jahren. Mit seinem neuesten Album „Stadtrandlichter“ ist er aus genau jenen fernen Galaxien zurückgekehrt. Hat seine bekannten Strukturen umgekrempelt, trennte sich vom Four Music-Label, stellte mit seinem Zughafen-Team ein eigenes Label auf die Beine. Irgendwie, dafür definitiv in völliger Eigenregie, entstand dann das neue Werk. „Beim Wiedereintritt in die musikalische Erdatmosphäre fielen uns einige Dinge schwerer als erwartet, dafür andere leichter als gedacht“, hieß es in der Vorankündigung, die Clueso und sein Team verlauten ließen. Sichtlich locker schafften sie es am Freitagabend, die Zuschauer mit auf ihre musikalische Reise zu nehmen. Ob Steh- oder Sitzplatz: Jeder groovte auf seine ganz persönliche Weise mit. Clueso bemerkte das: „Ihr seid sehr gut, wir sind sofort drin.“ Nicht nur zu bekannten Songs wie „Mitnehm“, „Chicago“ und „Keinen Zentimeter“ wurde getanzt und gesungen – auch gab es einen Einblick in sein aktuelles Werk, darunter den Namensgeber des Albums selbst.
Mal verliebt, mal melancholisch, in jedem Fall immer gefühlvoll: Vermutlich jeder Musikfreund fühlt sich in seinen Songtexten zu Hause, fühlt sich an ganz eigene, intensive Momente erinnert. „Doch ich lauf dir jetzt nicht mehr hinterher, weil du nur mit falschen Farben malst“, singt er in „Beinah“ – ein Schlussstrich. Hervorragend arrangiert wurden die Songs mit einer Kombination aus Live-Videosequenzen vom Abend und verträumten sowie beeindruckenden Animationen. Große LED-Leinwände passten sich farblich der Stimmung an, fuhren etwa bei „Keinen Zentimeter“ bis zum Sänger herunter. Hier hat sich jemand reichlich Gedanken gemacht, konkret ist es der Sänger mit seinem 80 Mann starken Tourteam.
Doch bei all der Verträumtheit kann Clueso auch gut in andere Genres eintauchen. Das Ende von „Augen zu“ wird rockig, später holte er sich Unterstützung von Hip-Hop-Kollegen auf der Bühne. Bei der Zugabe wird es elektronisch: Hinter einem Vorhang mit Videoanimationen gibt es eine basslastige Sondereinlage, auch ein bisschen Reggae ist im Spiel. Bei all seiner sympathischen Verplantheit mochte man ihm kaum glauben, dass da nur Wasser zur Unterstützung getrunken wurde. „Das ist wirklich nur Tee“, beteuerte er schmunzelnd. Trotz all des Grooves merkte man ihm an, dass die vollständige Selbstständigkeit – auch mit seinem Label Text und Ton – ein erheblicher Kraftakt ist. Sicherlich ist es ein harter Weg, dafür scheint er sich nicht nur musikalisch zu lohnen.
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