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Schulform gegen „intellektuelle Flachwurzler“

600 Jahre Martino-Katharineum (v.l.): Oberbürgermeister Ulrich Markurth, Schulleiter Manfred Wildhage und Ministerpräsident Stephan Weil. (Foto: Thomas Ammerpohl)
Braunschweig: Martino-Katharineum |

600 Jahre Martino-Katharineum – Festakt mit 400 Gästen – Festprogramm unter mk-info@braunschweig.de

Von Ingeborg Obi-Preuß, 24. Februar 2015.
Braunschweig. „Gestern haben wir den Neubau der Wilhelm-Bracke-Gesamtschule gefeiert, heute feiern wir 600 Jahre Martino-Katharineum“, sagte Oberbürgermeister Ulrich Markurth gestern Abend in der Aula des MK. Und fügte hinzu: „Bracke und MK stehen für das konstruktive Nebeneinander verschiedener Schulformen in unserer Stadt.“ Markurth, selbst MK-Schüler, erinnerte an das „unruhige 15. Jahrhundert“ und skizzierte die Bedingungen, unter denen der Rat der Stadt 1415 das Recht zur Einrichtung von zwei städtischen Lateinschulen, Martineum und Katharineum, erkämpft hatte.
Zuvor hatte Schulleiter Manfred Wildhage die rund 400 geladenen Gäste begrüßt, er sprach von „möglichen Schlagzeilen“, die heute über die Gründungszeiten geschrieben würden, die Geschichten dazu „klingen wie das Drehbuch zu einem Mittelalterkrimi.“
In einem Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne verortete der Pädagoge moderne Gymnasien, betonte die Besinnung auf Werte, Verantwortung, Leistungsbereitschaft und schloss mit dem Satz: „Nicht überheblich, aber selbstbewusst: Wir machen Schule seit 600 Jahren.“
Rund 920 Schülerinnen und Schüler zählt das MK aktuell, verschiedene Gruppen davon sorgten für ein kurzweiliges Programm. Mit „Alta Trinita Beata“, einem italienischen Lied aus dem 15. Jahrhundert, führte der Schulchor „MKantat“ musikalisch zurück in die Gründungszeit, mit der MK Bigband ging es furios in die Gegenwart. Lässig moderiert wurde die Geburtstagsshow von Clara Schomäcker und Kofi Acheampong.
Launig kündigten sie auch Ehrengast Stephan Weil an. Der Ministerpräsident betonte die Stellung der Gymnasien in der niedersächsischen Schullandschaft. Zahlreiche Generationen hätten ähnliche Lern- und Schulerlebnisse zu erzählen, aber mit der Erfindung des Internets habe sich der Alltag revolutionär verändert. „Das bietet unglaubliche Chancen“, sagte Weil, habe aber auch ein Risiko: Durch die Flut von Informationen gebe es immer mehr intellektuelle „Flachwurzler“; für „Tiefwurzler“ sei das Bildungsziel der Gymnasien nötig und aktueller denn je.
Und: „Bildung braucht Zeit“, argumentierte er für die Wiedereinführung des 13. Schuljahres.
Witzig auch die kleine Gesprächsrunde mit MK-Schülern verschiedener Altersstufen. Ein Wunsch: „Wir würden gern wieder auf Klassenfahrten gehen.“ Darstellendes Spiel, zwei Festreden und eine flotte Rede der Elternvertreterin Andrea Hoferichter rundeten den Abend ab. „Den Ball mit den Klassenfahrten nahm Hoferichter auf, „das gehört zur Schulzeit unbedingt dazu.“
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