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Schönste Baustelle der Stadt

Drei Jahre nach der Schließung sind Besucher am Sonntag erstmals wieder willkommen.

Von Marion Korth, 09.03.11

Braunschweig. Die Hausherrin kommt aus dem Schwärmen nicht heraus, spricht von „genialer Architektur“, von einem „wunderbaren und harmonischen Saal“. Museumsdirektorin Dr. Cecilie Hollberg übertreibt kein bisschen. Am Sonntag ist Baustellenbesichtigung im Städtischen Museum

Dann kann die Öffentlichkeit schauen, wie eines der wohl schönsten Häuser Braunschweigs herausgeputzt wurde, indem es „ausgeputzt“ worden ist. Die Einbauten aus den 1970er Jahren, die dunklen Holztribünen, der Teppich – alles weg. Der rund 18 Meter hohe Lichthof mit seinen Umgängen und Balkonen kommt nun in ganzer Größe zur Geltung. Für Kulturdezernentin Dr. Anja Hesse ist das Haus in dieser Form einzigartig in Braunschweig.
Das Städtische Museum am Löwenwall wirkt wieder als Gesamtkunstwerk. Der Braunschweiger Baumeister Max Osterloh hat den Jugendstilbau 1906 errichten lassen. Geschwungene Balustraden, Tür- und Fensterbögen zeugen von der damals modernen Formensprache. „Eine Schatztruhe“, sagt Hollberg. Unter alter Farbe kamen kunstvoll gemalte Wandfriese zum Vorschein, jeder Raum hat seine eigenen Motive. Die Vögel in einem Zimmer haben ihre Vorlage in einem historischen Stoff, den das Museum in seiner Sammlung hat. An anderen Stellen ist das Haus in früherer Zeit „totsaniert“ worden. Abgewischt, übergepinselt, viele Malereien sind unwiederbringlich verloren. Was noch vorhanden ist, soll später restauriert werden. Wenn dafür Geld da ist.
Sieben Millionen Euro hat die Stadt auch so schon in die Sanierung des Museums sowie der anschließenden Sammlung Bönsch gesteckt, weitere 1,8 Millionen Euro fließen aus einem Strukturfonds der EU und sollen für die Inneneinrichtung verwendet werden. Eine solche Investition sei keine Selbstverständlichkeit, sagte CDU-Fraktionschef Wolfgang Sehrt, der auch Vorsitzender des Freundeskreises des Museums ist.
Bevor Stück für Stück die Exponate wieder einziehen, werden ab Juli alle Fenster ersetzt. Die alten Rahmen sind morsch und nicht zu retten. Das Zusammenspiel von Gebäude und Sammlung werde perfekt, ist sich Hollberg sicher. Sie freut sich, dass es gelungen ist, Kritiker davon zu überzeugen, die Einbauten herauszureißen und kräftig in den Farbtopf zu greifen, um jedem Raum seinen Charakter zu geben. Das Museum wird im Frühjahr 2012 eröffnet.
• Am Sonntag (13. März) ist von 11 bis 18 Uhr Tag der offenen Baustelle im Städtischen Museum am Löwenwall. Ab 12 Uhr werden Führungen angeboten. Der Eintritt ist frei.
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