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Schloss wird zum „Denkforum“

„Eines der aufregendsten Kulturprojekte in Deutschland“: Johannes Wien (Stiftung Berliner Schloss-Humboldforum), Dr. Heike Pöppelmann (Landesmuseum) und Wilhelm von Boddien (Förderverein Berliner Schloss, v.l.) stellten die Wanderausstellung vor. Foto: Thomas Ammerpohl

Wanderausstellung im Landesmuseum zeigt den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses.

Von Birgit Leute, 28.03.2015.

Braunschweig. Was für ein Klotz: 190 Meter lang, 116 Meter breit, 25 Meter hoch – und ganze 590 Millionen Euro teuer. In Berlin wird derzeit das Stadtschloss wieder aufgebaut. Und wie beim Braunschweiger Schloss hat auch seine Rekonstruktion die Gemüter erhitzt. Eine Wanderausstellung im Landesmuseum unter dem Titel „Was für ein Schloss! Das Berliner Schloss – Humboldtforum“ zeigt noch bis zum 19. April, wie die ehemalige Residenz der Hohenzollern außen und innen einmal aussehen wird.

Konzipiert wurde die Ausstellung von der Stiftung Berliner Schloss sowie dem gleichnamigen Förderverein. Warum sie im Braunschweiger Landesmuseum zu sehen ist, erklärt Direktorin Dr. Heike Pöppelmann so: „Die Ausstellung wirft grundsätzliche Fragen auf: Nämlich wie geht man mit Rekonstruktionen historischer Gebäude in der Innenstadt um. Diese Diskussion wurde in Braunschweig vor nicht allzu langer Zeit auch geführt – mit dem Wiederaufbau des hiesigen Schlosses“. Die Nutzungspläne, so Pöppelmann, ähneln außerdem denen des Landesmuseums. „Auch wir sind nicht nur ein Museum, sondern ein Denkforum, das den Bezug zum Jetzt herstellen möchte.“

Das Berliner Schloss wird als „Humboldt Forum“ künftig nicht nur die jahrhundertealte Geschichte der Residenz beherbergen, sondern unter anderem auch die Sammlungen außereuropäischer Kunst und Kultur der Staatlichen Museen Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz, einen Teil der Humbold-Universität sowie eine ethnologische Ausstellung. „Im Erdgeschoss gibt es dazu einen Veranstaltungs- und Begegnungsbereich“, fügt Johannes Wien von der Stiftung Berliner Schloss-Humboldtforum an.

Der Wiederaufbau des Berliner Schlosses war 2002 vom Bundestag mit einer Zweidrittel-Mehrheit beschlossen worden. Der Bund trägt auch mit Abstand den größten Teil der Kosten, dennoch ist die Stiftung auf Spenden angewiesen: Von den 105 Millionen Euro, die als Ziel ausgegeben worden sind, sind bislang 46 Millionen Euro zusammengekommen. Die anfänglichen Vorbehalte unter den Berlinern haben sich inzwischen gelegt. „Bedenken gibt es nur bei den Um-die-60-Jährigen, die jüngere Generation stimmt dem Projekt zu“, sagt Wilhelm von Boddien, Geschäftsführer des Fördervereins Berliner Schloss.

Von dem Sinn des Wiederaufbaus ist er fest überzeugt. „Das Gebäude gibt Berlin wieder seine historische und politische Mitte.“ Und die Chefin des Landesmuseums schwärmt: „Dieses Kulturprojekt ist das aufregendste, das Deutschland derzeit zu bieten hat.“
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