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Rundumbild zur Auswanderung

Dauerausstellung im Gerstäcker-Museum: „Nach Amerika! In der Ferne eine neue Heimat ...“.

Von André Pause, 04.08.2013

Braunschweig. Ein Gärtner, eine Zofe und deren Mann, ein Kammerdiener sind entschlossen: Sie wollen weg, nach Amerika. Auswanderung aus dem Herzogtum Braunschweig im 18. und 19. Jahrhundert – darum geht es in der neuen Dauerausstellung des Friedrich-Gerstäcker-Museums.

Was Thomas Ostwald und Kollegen anlässlich der Eröffnung von „Nach Amerika! In der Ferne eine neue Heimat ...“ – als Walkact im Schloss Richmond zum Besten geben, spiegelt eine Situation wider, die sich im 18. und 19. Jahrhundert tausendfach abgespielt haben muss. Allein 30 000 Auswanderer sind im Niedersächsischen Staatsarchiv für diesen Zeitraum namentlich erfasst.
„Wir möchten ein Rundumbild der Situation verschaffen. Es wird viel über Auswanderung aus Deutschland im Allgemeinen erzählt, jedoch wenig über die aus dem Herzogtum Braunschweig“, erzählt Thomas Ostwald. Der Schwerpunkt, so der Historiker, liege auf der Auswanderung nach Nordamerika im 19. Jahrhundert und somit auch auf Friedrich Gerstäckers Leben und Werk. Der Schriftsteller erreichte als Zwischendeckspassagier nach 64 Tagen an Bord New York, führte jenseits des Ozeans sechs Jahre lang ein abenteuerliches Leben, und hielt die Erlebnisse für seine Mutter im Tagebuch fest.
Auf den Schautafeln der Ausstellung geht es unter anderem darum, wie Auswanderungs-agenten die Werbetrommel rührten, um Gerstäckers Agenten Weigel, die Versuche der Ansiedlung, die Auswanderung in andere Staaten (Südamerika), die ersten Ansiedlungen, Gerstäckers Ankunft in New York, das Leben an Bord, die unterschiedlichen Auswanderergruppen, die Unterstützung der Armenauswanderung und die Auswanderungsbedingungen insgesamt. Veranschaulicht werden die einzelnen Punkte durch verschiedene wiederkehrende Charaktere: ein durch Not zur Auswanderung gezwungenes Paar, ein gebildeter Auswanderer, der den Verlockungen des fremden Landes folgen und seine Geschäftsidee verwirklichen will sowie ein behördlich abgeschobener Kettensträfling.
Abgerundet wird die Ausstellung durch Exponate wie Messer, Pistolen und Pfeifen sowie den Nachbau einer Schiffskajüte, der die stark beengten Verhältnisse einer Überfahrt verdeutlicht.
Geöffnet montags bis freitags von 15 bis 18 Uhr, sonntags von 10 bis 13 Uhr.
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Thomas Ostwald aus Braunschweig - Innenstadt | 02.09.2013 | 15:44  
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