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Rote Mützen auf den Rängen

Ein modernes Ganovenstück: Räuber Hotzenplotz hatte gestern im Staatstheater Premiere

Von Sebastian Walther, 15.11.2009

Braunschweig. Entführung, Diebstahl, Waffengewalt: Was Stoff für eine wüste Tragödie bietet, lockte am gestrigen Abend zahlreiche kleine Besucher in das Staatstheater. „Der Räuber Hotzenplotz“ hatte Premiere und treue Anhänger auf den Rängen.

Die größten Fans der Räubergeschichte konnte man im nahezu ausverkauften Großen Haus an den roten Kaspermützen erkennen, die am Eingang verteilt wurden. Aber auch während der knapp zweistündigen Aufführung machten sich die jüngsten der Besucher immer wieder mit treffenden Kommentaren bemerkbar. Rhetorische Fragen von der Bühne wurden flugs beantwortet, und wenn gar zu wenig passierte da vorne, suchten sie das Zwiegespräch mit dem bärtigen Hotzenplotz.
Der war mit Matthias Schamberger treffend besetzt. Er war in Braunschweig schon Wilhelm Tell, Dr. Einstein und Woyzeck, fand sich im eher ungewohnten Fach des jungen Schauspiels aber vortrefflich zurecht. Fies mit den Messern rasselnd, höhnisch lachend und wüst schimpfend gab er den nicht immer ernsten Gegenspieler in der humorvollen Räuberpistole. Bei der Erzählung aus dem Jahre 1962 handelt es sich schließlich um ein Kinderstück, wenn auch ein vielschichtiges, da sind die Rollen vorab verteilt: Kasper und Seppel, die dem Ganoven das Handwerk legen wollen, die arme Großmutter: Opfer des Kaffeemühlendiebstahls, der einfältige und wenig hilfreiche Wachtmeister Dimpfelmoser und für die Special Effekts sorgt Zauberer Petrosilius Zwackelmann.
Bei seinen Auftritten wurde mächtig aufgefahren, Illuminationen, Lichteffekte und Flüge durch die Luft verfehlten ihre Wirkung bei der staunenden Kinderschar nicht, sorgten aber wie das gesamte, modern gestaltete Bühnenbild auch für Unterhaltung in den Reihen der Erwachsenen. Bei Kasper Konrad Haller und Seppel Timo Alexander Wenzel hingegen ist noch Luft nach oben auf dem Weg zum Kinderhelden.
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