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Rock, Rap oder die lautlose Hast

1. Handicap-Festival im Kleinen Haus: Jazzkantine rockte mit behinderten jungen Menschen.

Von Birgit Leute. 23.06.10

Braunschweig. Sonnenbrillen, Lederjacken, lässig abgespreizte Finger – ganz schön cool die Jungs. Beim ersten Handicap-Festival im Kleinen Haus boten die „four2nine“boys Rap vom Feinsten.

Ihr Song „Wach auf“ könnte Programm sein – für alle, die bisher Kunst von behinderten Menschen mit einem Lächeln abgetan haben. „Einzigartig“, das vom Behindertenbeirat organisierte Festival, zeigte, zu was sie alles in der Lage sind.
Neben knackigem Rap zum Beispiel auch zu improvisierten Performances. In kleinen Miniaturen erzählt das Theater der Lebenshilfe Szenen des Alltags: Menschen mit Koffern hasten kopflos umher, rempeln sich an. Doch es gibt Lichtblicke: Für einen Moment hält der Trubel an, ein Mann reicht einer Kleinwüchsigen hilfreich ihr „Gepäck“ hinunter – eine Geste die beide für Sekunden aus der Masse heraushebt, hoffen lässt. Begleitet werden die Schauspieler der Lebenshilfe von den beiden professionellen Tänzerinnen Tina Essl und Verena Wilhelm.
In seiner Form ist das Festival „Einzigartig“ bisher in der Tat einzigartig. Noch nie waren alle Einrichtungen und Schulen für Menschen mit Behinderungen in dieser Form auf einer Bühne vereint. Und noch nie spielten Behinderte und Nicht-Behinderte so selbstverständlich nebeneinander.
Die Jazz-Kantine bot im restlos ausverkauften Kleine Haus saftigen Rock, Sänger Cappuccino rappte Seite an Seite mit den „four2nine“boys und die Bläserklasse des Theodor-Heuss-Gymnasiums in Wolfenbüttel spielte mit Jugendlichen der Peter-Räuber-Schule heiße Samba-Rhythmen.
Vorbehalte? „Die gab es nicht“, sagt Heinz Kaiser, Vorstand des Behindertenrats, über die unkomplizierten Gespräche mit der Jazzkantine und dem ehemaligen „Hausherrn“ Wolfgang Gropper. „Da sind wir dabei“, gab dieser sofort grünes Licht und stellte das Kleine Haus gleich kostenlos zur Verfügung. Kaiser denkt schon an eine Fortsetzung: „Behinderte Menschen sollen nicht am Rande, sondern mittendrin in der ivalstehen.“ Begeisterter Applaus nach dem rund dreistündigen dichten Programm.
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