Anzeige

Religionen im Wettstreit

Sportfest „Integrale“ will Verständnis wecken.

Von Birgit Leute, 05.09.2012.

Braunschweig. Drei Religionen beim Sport vereint: Am Sonntag (9. September) findet zum zweiten Mal die „Integrale“ statt. Ein Projekt, das inzwischen Wellen schlägt.

„In ihrer Art ist die ’Intergrale‘ niedersachsenweit einmalig“, sagt Norbert Rüscher, Vizepräsident des Stadtsportbundes, zu dem auf drei Jahre angelegten Projekt stolz. Längst kommen Anfragen aus Helmstedt und Wolfsburg zum Wie und Warum des Sportfestes. „Die Idee kam ursprünglich von der Türkisch-Islamischen Gemeinde DITIB“, erläutert Rüscher. Muslime, Juden und Christen sollten sich beim gemeinsamen Spiel besser kennenlernen und in einen (friedlichen) Wettstreit miteinander treten. Schon der Auftakt im vergangenen Jahr war ein Erfolg: Mehr als 1000 Besucher feierten die „Integrale“ im Konrad-Koch-Stadion. Dieses Jahr soll es noch mehr Programm geben.
Ausrichter der „Intergrale“ ist nach dem türkisch-islamischen Verein DITIB in diesem Jahr das jüdische Alexander David Zentrum. Wieder treten ab 13.30 Uhr drei Teams im Konrad-Koch-Stadion gegeneinander an. Und wieder gibt es neben bekannten Spielen wie Völkerball, Brennball und Tauziehen auch Nationalspiele wie „Tuchschnappen“ aus der Türkei und „Kubb“ aus Russland (auch unter dem Namen Wikinger-Schach bekannt).
„Die insgesamt 45 Sportler – 15 pro Team und alles Jugendliche zwischen acht und 14 Jahren – haben sich bereits auf einem zweitägigen Workshop kennengelernt“, erläutert Sebastian Seker vom DITIB. In Vorträgen und Gesprächen erfuhren sie viel über die anderen Religionen und ihre Wurzeln.
„Die Intergrale ist eben mehr als ein reines Sportfest. Hintergedanke ist auch, dass sich die Jugendlichen in einem anderen Raum kennen- und schätzen lernen“, sagt Alla Kazakewitsch vom Alexander David Zentrum über das Projekt unter der Schirmherrschaft von Aygül Özkan, der niedersächsischen Ministerin für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration.
Berührungsängste unter den Teilnehmern gibt es übrigens überhaupt nicht. „Zwei christliche Mädchen schlossen sich beim Workshop sofort ihren muslimischen ‘Mitstreiterinnen‘ an und wollten gleich mit ihnen in einem Zimmer schlafen“, erzählt Seker lachend.
Zusätzlich zum sportlichen Wettstreit gibt es in diesem Jahr auch ein größeres Rahmenprogramm mit einem jüdischen Musiker-Duo und der Band Rapflakction sowie Kletterwände, Torwandschießen und dem neuen Trend-Vergnügen Zorbing, einem Spaziergang in einer überlebensgroßen durchsichtigen Kugel. Der Eintritt ist frei.

Info
Die „Integrale – Das Sportfest der Religionen“ ist ein Gemeinschaftsprojekt des Stadtsportbundes, dem städtischen Büro für Migrationsfragen, der Türkisch-Islamischen Gemeinde DITIB, dem Jüdischen Soziokulturellen Zentrum Alexander David, der Evangelisch-Lutherischen Propstei und kajune (KatholischesJungesNetzwerk).
Es wird auf drei Jahre gefördert von der niedersäschischen Lotto-Sport-Stiftung. Schirmherrin ist die niedersächsische Ministerin für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration Aygül Özkan.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.