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Recht schwere Kost für kleine Leute

„Freund Till, genannt Eulenspiegel“ hatte Premiere im Kleinen Haus des Staatstheaters.

Von Andre Pause, 19.02.2012.

Braunschweig. Eben noch haben die beiden kleinen Mädchen in Reihe vier feixend untereinander geklärt, wer Platz neun und wer Platz elf hat. Jetzt schauen sie gebannt auf die Bühne im Kleinen Haus. „Freund Till, genannt Eulenspiegel“ steht auf dem Programm. Andreas Jäger, der Claus, den Vater von Till spielt, zaubert Feuer aus der Hand. „Ohhh“, geht ein Raunen durch die Reihen.

Vorne sind Zirkusränge aufgebaut, die bei Bedarf hin und her bewegt werden können. Doch nicht nur das Bühnenbild, auch der Inhalt des siebzigminütigen, von Katrin Lange geschriebenen und Christopher Rüping inszenierten Stückes für Zuschauer ab sechs Jahren ist sehr dicht und komplex, werden doch so einige Themen verhandelt. Da geht es mal um Macht, mal um Arm und Reich oder eben die Streiche des Titelhelden, um nur einige zu nennen.
Till (Martin Winkelmann) und sein Vater Claus ziehen als Gaukler und Seiltänzer durch die Lande. Als der Raubritter Kunz (latent irre gegeben von Marko Werner) eines Tages das Seil kappt, fällt der Vater ins Wasser. Till wird in die Raubritterburg verschleppt. Dort soll er gaukeln und den Kriegsknechten Bock und Klotz (Holger Foest und Alisa Levin) mit Späßen die Langeweile vertreiben. Er will aber nicht und denkt sich Streiche aus. „Auf Eure Kosten“, wie er gleich klarstellt. Till malt Bilder, auf denen eigentlich nichts zu sehen ist, lässt die Knechte miteinander raufen und schmiedet Pläne für die Flucht. Dabei möchte er gar nicht mehr unbedingt flüchten, hat er doch das Dienstmädchen Nella (quirlig: Nina El Karsheh) auf der Burg kennengelernt...
Und wie kam das Stück an? Katrin Unger war mit ihrer fünften Klasse im Theater. Die Lehrerin der IGS Volkmarode selbst sah anrührende Momente, gab aber auch zu bedenken, dass die „Stück im Stück“-Konzeption für Kinder schwer zu verstehen sei. „Auch die gewollte Darstellung der Einsamkeit Tills hätte besser herausgearbeitet werden können“, findet Unger.
Weitere Vorstellungen gibt es am 22. und 29. Februar sowie 4., 12. und 21. März jeweils um 11 Uhr.
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