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Rappende Hühner und ein Mann, der an den Storch glaubt

Geflügelte Geschichten: Sybilla Pütz (l.) und Miriam van Steenhoven bei der 1. Braunschweiger Erzählbühne. Foto: Isabel Kobus

Die Braunschweiger Erzählbühne lädt zum Zuhören und Mitreden ein – Premiere im KULT-Theater – Drei weitere Veranstaltungen in diesem Jahr.

Von Isabel Kobus, 17.02.2018.

Braunschweig. Eine alte Kunst, neu belebt: Im Theater Das KULT fand in der vergangenen Woche die erste Braunschweiger Erzählbühne statt. Drei weitere Veranstaltungen sollen in diesem Jahr noch folgen.

„Es gibt ganz viele Leute, die haben Spaß daran, dass jemand frei erzählt“, sagt Brigitte Vaupel, Vorsitzende der Erzählwerkstatt Braunschweig, welche die Veranstaltung organisiert. Und so mancher erzählt auch selbst gerne auf der Bühne. Ob Märchen oder andere Texte – in der freien Erzählung nimmt jede Geschichte eine eigene Form an. Und: „Im Erzählen hat man den direkten Kontakt zum Publikum“, sagt Moderatorin Dorothea Nennewitz. Das wirke sich auch auf dessen Stimmung aus: „Wenn ich große Shows besuche, sehe ich oft, dass das Publikum hinterher gestresst wirkt“, sagt Nennewitz, „bei Erzählveranstaltungen erlebe ich, dass Menschen rausgehen und glücklich sind.“
Der erste Teil des Abends ist bei der Braunschweiger Erzählbühne dem Publikum vorbehalten: Wer etwas erzählen will, kann am Eingang einen Zettel mit seinem Namen in den Hut werfen, und dann wird ausgelost, wer drankommt.

Die Publikums-Erzähler am ersten Abend brachten offensichtlich schon Erzähl-Erfahrung mit. Ulrike Haberer und Jens-Uwe Korte beispielsweise waren extra aus Hannover gekommen, um die Erzählbühne in Braunschweig zu erleben, zu bereichern und auf originelle Weise Märchen vorzutragen. In Hannover gibt es, ebenso wie in Berlin, schon seit einiger Zeit offene Erzählbühnen, die der neuen Braunschweiger Veranstaltungsreihe als Inspiration dienten.

Auch die professionellen Erzähler, die jeweils im zweiten Teil der Erzählbühne auftreten, kamen an diesem Abend aus Hannover. Sybilla Pütz und Miriam van Steenhoven präsentierten mal gemeinsam, mal einzeln Geschichten rund ums Federvieh: vom Adler, der meinte ein Huhn zu sein, oder von dem Mann, der noch an den Klapperstorch glaubt. Die gebürtige Holländerin van Steenhoven gab Teile der Geschichten auf Niederländisch zum Besten – dank ihrer ausdrucksvollen Gestik und Mimik ging dabei auch für die Sprachunkundigen keine Pointe verloren. Und mit Federkostümen brachten die beiden dann noch tanzend das Rap-Huhn auf die Bühne.

„Erzählkünstler haben eine fundierte Ausbildung“, sagt Vaupel, „die meisten Erzähler lernen ihre Texte nicht auswendig, sondern merken sich die Geschichten über innere Bilder.“ Etwas über Erzählkunst lernen kann man auch in Braunschweig – in den Seminaren der Erzählwerkstatt Braunschweig. Informationen gibt es im Internet unter erzaehlwerkstatt-bs.de .
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