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Profis für Filmkonzerte – Walt Disney fragt an

Pressetermin kurz vor der Premiere (von links): Volker Kufahl, Filmfest Braunschweig, Generalintendant Joachim Klement, Komponist Alfonso de Vilallonga, Dirigent Helmut Imig und Beate Warkentien von der Filmphilharmonie Berlin. (Foto: Thomas Ammerpohl)

Qualität des Orchesters überregional gelobt – „Blancanieves“ fast ohne Proben – Anfragen für Deutschland-Premiere

Von Ingeborg Obi-Preuß, 06.11.2013
Braunschweig. Pressetermin gestern kurz vor der Generalprobe und nur wenige Stunden vor der Premiere von „Blancanieves“ (siehe oben). Komponist Alfonso de Vilallonga und Dirigent Helmut Imig sind locker, erzählen gern über ihr gemeinsames Projekt.
Wobei sich gemeinsam nur auf dieses Konzert bezieht, denn die beiden haben sich gerade erst kennengelernt. „Immerhin haben wir gestern Abend schon Wein zusammen getrunken“, sagt Dirigent Helmut Imig.
Noch weniger Zeit hatte Imig, um mit dem Staatsorchester zu proben. Faktisch nur einen Tag. Aber das Orchester und Imig sind alte Bekannte, haben unter anderem „Pop meets Classic“, die Nibelungen oder das jüngste Neujahrskonzert in Wolfenbüttel zusammen auf die Bühne gestellt – und das enorm erfolgreiche Filmkonzert „The Artist“ zur Filmfesteröffnung im vergangenen Jahr.
Eigentlich, so sieht es der Komponist de Vilallonga, habe „The Artist“ dem Projekt „Blancanieves“ (Schneewittchen) ein wenig die Show gestohlen. „Denn die Idee zu dem Schneewittchen-Film ist schon sieben oder acht Jahre alt“, erzählt der Komponist, „aber es war sehr schwierig, für einen Stummfilm die nötige Unterstützung zu finden. Niemand wollte produzieren“, sagt er.
Dann hat es geklappt, und plötzlich musste alles sehr schnell gehen. „Ich hatte knapp drei Monate Zeit, um die Filmmusik zu schreiben“, erzählt Vilallonga von einer aufreibenden Arbeit, nur vier Treffen mit dem Regisseur Pablo Berger („er wohnt in Madrid, ich in Barcelona“) und immer wieder gewünschten Veränderungen.
Dirigent Helmut Imig lobt das Ergebnis, schwärmt von den vielen Farben in Vilallongas Musik, von berührenden Stimmungen, aber auch von „albernen Tönen, die passend die skurrilen Szenen des Films unterstreichen.“
Intendant Joachim Klement betont, dass ohne Einsatz der Sponsoren, allen voran der Volkswagen Financial Services AG, dieses Konzert nicht möglich wäre. Auch die Berliner Filmphilharmonie ist beteiligt, Beate Warkentien berichtet, dass die Partitur speziell für den Liveauftritt überarbeitet wurde.
Allerdings sei es noch immer äußerst schwierig, das richtige Tempo der jeweiligen Szenen zu finden, sagt Dirigent Imig, denn entweder es steht gar nicht auf den Notenblättern oder falsch, oder der Film läuft schneller oder langsamer als geplant. „Aber mit diesem Orchester geht das“, lobt Imig die Braunschweiger, „die Musiker sind höchst flexibel und hochprofessionell.“
Und diese Qualität des Orchesters hat sich herumgesprochen: „Walt Disney Productions hat gerade angefragt, ob wir im nächsten Jahr eine Deutschland-Premiere eines Filmkonzerts in Braunschweig spielen würden“, freut sich Orchesterdirektor Martin Weller.
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